Siemens bootet Kovats bei Hydro aus

21. November 2005, 15:25
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Aussichtsreichster Kandidat schon zu Beginn des Bieterverfahrens um Wasserkraft-Sparte ausgeschieden

Wien - Knalleffekt im Verkaufsverfahren um die Wasserkraft-Sparte der VA Tech. Nur wenige Tage, nachdem die Frist für erste unverbindliche Angebote am 21. Oktober geendet hat, soll Siemens dem Industriellen Mirko Kovats bereits signalisiert haben, dass er aus dem Rennen sei, berichtete die Tageszeitung "Die Presse" (Mittwoch-Ausgabe).

Damit sei einer der aussichtsreichsten Kandidaten für die VA Tech Hydro, die Siemens nach der Übernahme des Linzer Anlagenbauers auf Druck der EU Kommission verkaufen muss, ausgeschieden, noch bevor das Match richtig in Gang gekommen ist.

Offert zu niedrig

Der Grund für die Absage: Kovats soll zu wenig geboten haben. Dem Vernehmen nach soll sein Offert bei rund 250 Mio. Euro gelegen sein. Kovats, der laut "Presse" ebenso wie sein Partner Ronny Pecik den "Rauswurf" weder bestätigen noch dementieren wollte, hat über seine Industriegruppe A-Tec ein Offert gelegt. Dass er den Baukonzern Alpine Mayreder an Bord habe, wurde von der Alpine mehrmals dementiert.

Die Vorgangsweise von Siemens habe in Finanzkreisen Verwunderung ausgelöst, berichtete die Zeitung. An sich sei es unüblich, einen Bieter nur wegen des Preises auszuscheiden - falls er seriös sei. Meist werde in so einem Fall die Möglichkeit eingeräumt, den Preis nachzubessern. Auch diese Chance habe Kovats offenbar nicht.

Bei Siemens hieß es auf "Presse"-Anfrage am Montag, man wolle während des Verkaufsverfahrens keine Stellungnahme abgeben. Zugeknöpft gab man sich bei Siemens aber auch bezüglich der Zahl der Angebote und dazu, ob außer Kovats auch andere Bieter ausgeschieden worden seien. Zuletzt war nur von einer Handvoll ernsthafter Interessenten die Rede.

Interessenten

Dazu gehört die bereits genannte Gruppe um die Cross Holding von Stefan Pierer, der neben Porr auch die UIAG angehört. Ein weiteres Bieterkonsortium besteht aus den Bauunternehmern Soravia und Martin Ohneberg, die als finanzstarken Partner die deutsche Allianz Capital Partners an Bord haben.

Ob auch der Industrielle Hannes Androsch letztlich ein unverbindliches Offert gelegt hat, ist nicht sicher. Androsch hat kürzlich ein solches zumindest angekündigt. Mit dabei dürfte hingegen die First Reserve Corporation sein, ein auf die Energiebranche spezialisierter US-Finanzinvestor. (APA)

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    foto: va tech hydro
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