Veranstaltungstipp Steve Wynn: Grenzgenial

3. November 2005, 20:35
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US-Songwriter und Gitarrist promotet sein aktuelles Album ". . .Tick. . .Tick. . .Tick"

Ein richtig schlechtes Album ist Steve Wynn noch nicht passiert. Problem: So ein richtig geniales war in gut 25 Jahren Karriere auch nicht dabei. Wobei der US-Songwriter und Gitarrist mit seiner ersten Band Dream Syndicate nicht nur grenzgeniale Werke schuf, sondern auch live eine Reputation besaß, die einen normalen Nine-to-five-Job für dieses Leben als Bedrohungsszenario ausschloss. Seit dem Split seiner Band hat der Mann aus Los Angeles etliche souveräne Soloalben veröffentlicht, die immer zu rockig waren, um die Americana-Gemeinde rührselig werden zu lassen.

Zurzeit tourt er mit seiner Band The Miracle 3 durch Europa und promotet sein aktuelles Album ". . .Tick. . .Tick. . .Tick". Wieder so ein Werk, an dem nichts falsch ist, dem aber der große Hit abgeht. Wynn selbst dürfte sich damit längst abgefunden haben und pflegt einen lapidaren Tonfall in seinen Songs, der ihn davon bewahrt, mit dem Loser-Image gebrandmarkt zu werden. Wynn, ein Winner - auf seine Art. Live schiebt er wohl auch ein paar Dream-Syndicate-Hadern nach. "The Side I'll Never Show" vielleicht. Eigentlich schon auch eine geniale Nummer. Mindestens! (flu; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.11.2005)

7. 11. Chelsea, 8., Lerchenfelder Gürtel, Bögen 29-32. 21.00
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