Umweltgedanke boomt in Italien

10. November 2005, 19:37
posten

Kräftiges Interesse an Fachmesse Ecomondo

In Italien boomt derzeit alles, was mit Umwelt zu tun hat. Im Bereich Abfallverwertung ist eine Wachstumsdynamik von jährlich zehn Prozent festzustellen. Die italienische Wasserwirtschaft muss in den kommenden zehn Jahren 50 Mrd. Euro investieren, um den Nachholbedarf gegenüber anderen Industriestaaten aufzuholen, heißt es in einer Untersuchung der Mailänder Investmentbank Mediobanca.

Wie aktuell das Thema Umwelt derzeit ist, bestätigte der Verlauf der Umweltmesse Ecomondo in Rimini. 46.000 Interessenten besuchten die am Wochenende zu Ende gegangene Messe.

Bewusstsein erwacht

Nicht nur die vielfach porösen Wasserleitungen - bis zu 35 Prozent des durchgeleiteten Trinkwassers gehen derzeit verloren - müssen erneuert werden. Auch bei der Oberflächenwasserbehandlung und bei der Abwasserreinigung besteht riesiger Nachholbedarf. Vor allem in der norditalienischen Poebene sei die Nachfrage der Wasserbewirtschaftungsanlagen, wie etwa Geräte für die Regenwassernutzung, groß.

Das Umweltbewusstsein ist in Italien erst vor wenigen Jahren erwacht. Alternativenergien decken erst sieben Prozent des Energiebedarfs, wobei der größte Teil auf die Wasserkraft entfällt.

Die im Herbst 2005 in Kraft getretene Gesetzesnovelle zur Einspeisevergütung beinhaltet ein attraktives Vergütungsmodell. Die Förderung erfolgt in zwei Abschnitten. Einerseits soll der Erzeuger selbst den Strom verbrauchen können und/oder diesen an das Netz zu gleichen Kosten abgeben können. Darüber hinaus erhält er 45 Cent pro kWh für die gesamte erzeugte Menge. Neben der Wasserkraft sei auch die Nachfrage nach Sonnenenergie gestiegen.

In zahlreichen Sparten, etwa bei Autoreifen, Fahrzeugen und Elektrohausgeräten und Kunststoff, bestehe jedoch noch ein starker Nachholbedarf, heißt es in der Untersuchung. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 02.11.2005)

Thesy Kness-Bastaroli aus Rimini
Share if you care.