Aufbruch zum Ende der Welt

6. November 2005, 21:13
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Wiener will 1000 Kilometer durchs ewige Eis bis zum Südpol

Wien - In 40 Tagen 1000 Kilometer durch das ewige Eis, bei minus 50 Grad ohne Fahrzeug und ohne Schlittenhunde bis zum Südpol - für den Wiener Sportwissenschafter Wolfgang Melchior (50) ist das die größte Herausforderung seines Lebens. Gelingt die Expedition, ist ihm und weiteren fünf Extremsportlern aus Norwegen, Großbritannien und Deutschland ein Weltrekordeintrag sicher. Nach vier Jahren Vorbereitungszeit ging es für Melchior Dienstagabend am Wiener Flughafen los.

In Santiago de Chile trifft das Team zusammen, die weitere Route führt über Punta Arenas ins Basislager Patriot Hills. In dem einsamen Ort - die nächste Siedlung ist 1200 Kilometer entfernt - haben die Extremsportler vor einem Jahr ein Flugzeug im Eis eingegraben. "Sobald die Cessna flugtüchtig ist, fliegen wir zum eigentlichen Ausgangspunkt", schildert Melchior, der schon den Nordpol über- und Grönland durchquert hat.

Angepeilte Südpol-Ankunft ist der 15. Dezember, der Jahrestag der Erstbegehung durch den Norweger Roald Amundsen im Jahr 1911. Melchior plant außerdem, als erster Mensch vom Gipfel des Mount Vinson (5000 m) über die 45 Grad steile Eisflanke mit Skiern abzufahren. Über den Fortgang der Expedition wird der Österreicher via Weblog (siehe Webtipp) informieren - auch mit Hördateien vom Ende der Welt. (simo)

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    Wolfgang Melchior (50), hier bei leichten Antarktis-Aufwärmübungen im Tiergarten Schönbrunn vor wenigen Tagen, will am 15. Dezember am Südpol sein.

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