4.000 Jahre alte Sternwarte in China entdeckt

9. November 2005, 13:13
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Beobachtungen der Sonne durch Lücken zwischen Säulen

Peking - Archäologen haben im Norden Chinas eine etwa 4.100 Jahre alte Sternwarte entdeckt. Sie besteht aus einer halbkreisförmigen Platte mit einem Durchmessen von 40 Metern und wird von Säulen umgeben, die den Stand der Sonne zu verschiedenen Jahreszeiten markieren, wie die englischsprachige Zeitung "China Daily" am Dienstag berichtete. Die Sternwarte wurde nahe der Stadt Linfen in der Provinz Shanxi gefunden, die nach archäologischen Erkenntnissen vermutlich schon seit 4.300 Jahren besiedelt ist.

Es ist allgemein bekannt, dass sich die chinesischen Herrscher des Altertums auf die Astronomen verließen, um Kalender zu entwickeln und die vermeintlichen übernatürlichen Kräfte des Himmels zu nutzen. Dem entsprechend wurde die nunmehr entdeckte Sternwarte nicht nur zu astromischen Beobachtung, sondern auch für Opferriten benutzt, wie He Nu, ein Forscher am Institut für Archäologie in der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, der Zeitung erklärte.

Nur ein bis zwei Tage abweichend

Einige der frühesten Aufzeichnungen über die Bewegungen von Kometen und anderer Himmelsphänomene stammen aus China. In besagter Sternwarte wurde die sich im Jahresverlauf ständig ändernde Position der Sonne durch die Lücken zwischen den Säulen beobachtet, und auf dieser Basis wurde dann zwischen den diversen Jahreszeiten unterschieden. Dem Zeitungsbericht zufolge weichen die diesbezüglichen Berechnungen nur um ein bis zwei Tage von dem traditionellen chinesischen Kalender ab, der in ländlichen Gegenden noch heute benutzt wird. (APA/AP)

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    Chinesische Archäologen legen möglicherweise das älteste Oberservatorium der Welt frei.

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