Britisches Gericht erkennt erstmals Golfkriegssyndrom an

4. November 2005, 20:00
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Klägeranwalt spricht von "historischer Entscheidung"

London - Erstmals hat ein britisches Gericht das so genannte Golfkriegssyndrom als Krankheit anerkannt und einem Kriegsveteranen Anspruch auf Invalidenrente zuerkannt. Nach Auffassung des Gerichts, das für Pensionsstreitigkeiten zwischen Veteranen und dem Verteidigungsministerium zuständig ist, fasst der Begriff Golfkriegssyndrom medizinisch korrekt eine Reihe "unnormaler Symptome" zusammen, an denen die Soldaten seit ihrer Rückkehr aus dem Irak-Krieg von 1991 leiden.

Der Anwalt des Klägers Daniel Martin sprach am Dienstag von einer "historischen Entscheidung": Vor allem für die zahlreichen unter dem Syndrom leidenden Veteranen dürfte das Urteil "enorme Konsequenzen" haben.

Zusammenfassung

Der Begriff Golfkriegssyndrom fasst eine Reihe von körperlichen und psychischen Krankheiten zusammen, die Soldaten seit der Rückkehr von der "Operation Wüstensturm" haben. Seit 14 Jahren weigert sich das britische Verteidigungsministerium, das Syndrom anzuerkennen. Der Streit zwischen Martin und dem Ministerium zieht sich bereits seit fünf Jahren hin.

Der inzwischen 35-jährige Ex-Soldat leidet an heftigen Stimmungsschwankungen, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche sowie an Asthma und chronischen Gelenkschmerzen. Wie alle anderen Veteranen muss er regelmäßig Medikamente gegen Vergiftungen durch Chemiewaffen oder schwach uranangereicherte Munition einnehmen.

An der "Operation Wüstensturm" nach dem irakischen Einfall in Kuwait waren rund 53.000 britische Soldaten beteiligt. Von ihnen leiden nach Angaben von Interessenverbänden rund 500 an dem Syndrom und 6000 weitere an damit verbundenen Krankheiten. (APA)

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