Fünf Grazer Fahrschulen wegen Preisabsprachen verurteilt

11. November 2005, 14:04
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75.000 Euro Geldstrafe - Betroffene Fahrschulen rechtfertigten Absprachen mit "hartem Preiskampf"

Graz - Das Kartellgericht Graz hat fünf Grazer Fahrschulen wegen Preisabsprachen verurteilt. Insgesamt wurden 75.000 Euro Geldbuße verhängt, wie einige Medien am Allerheiligentag berichteten. Die Geldstrafe war niedrig angesetzt, weil die Fahrschulen die Preiskartellbildung im Zuge des Verfahrens zugegeben haben. Die Entscheidung ist rechtkräftig, nachdem die Betroffenen kein Rechtsmittel eingelegt, das Urteil aber nur unter Protest angenommen hatten.

Ins Rollen gebracht wurde das Verfahren von Arbeiterkammer (AK) und Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) wegen vermuteter illegaler Preisabsprachen. Die BWB war im Jänner 2005 einem Verdacht der AK gefolgt, die im Juli 2004 bei ihrer bundesweiten Führerschein-Preiserhebung mögliche verbotene Preisabsprachen in einzelnen Bundesländern festgestellt und angezeigt hatte.

"Harter Preiskampf"

Die fünf betroffenen Fahrschulen rechtfertigten die Absprachen mit "hartem Preiskampf" unter den rund zwei Dutzend Grazer Fahrschulen, wie das "Wirtschaftsblatt" schrieb. In der Branche werde nun laut "Kronenzeitung" ein noch brutalerer Preiskampf und ein sinkendes Ausbildungsniveaus befürchtet. Dies bestätigte laut "Kleine Zeitung" ein Fahrschulbetreiber: Der Kampf mit Preisen zwischen 700 und 1.000 Euro (B-Schein ohne Extras) werde sich verschärfen. "Bei manchen Preisen kann ich nie qualitätsvoll ausbilden", so der Betreiber. Daher müsse rasch ein "Gütesiegel" her. (APA)

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