Aserbaidschan

10. November 2005, 13:32
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50 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze

Baku/Wien - In der früheren Sowjetrepublik Aserbaidschan finden am 6. November Parlamentswahlen statt. Rund 2000 Kandidaten bewerben sich um 125 Parlamentssitze in dem ölreichen Staat im Kaukausus. Hier die wichtigsten Daten zu Aserbaidschan:

Hauptstadt: Baku

Amtssprache: Aserbaidschanisch (Aseri); Arbeitssprache auch Russisch

Bevölkerung: ca. 8 Millionen Einwohner

Fläche: 86.600 Quadratkilometer

Religion: ca. 90 Prozent der Bevölkerung sind Muslime, davon 65 Prozent Schiiten und 35 Prozent Sunniten; 2,5 Prozent sind russisch-orthodoxer Religion, 2,3 armenisch-orthodox

Politisches System: Präsidialrepublik seit 1995

Präsident: Ilham Alijew (seit 31. Oktober 2003), auf fünf Jahre gewählt Mit seiner Wahl folgte Ilham Alijew seinem Vater, des ehemaligen Staatschefs Haydar Alijew, nach. Dieser hatte das Land zuvor 30 Jahre lang regiert - zuerst als KP-Funktionär in der Sowjetunion, später an der Spitze der unabhängig gewordenen Republik.

Regierungschef: Artur Rasizade (seit 4. November 2003)

Parlament (Milli Meclisi): insgesamt 125 Sitze 75 Sitze hält die Regierungspartei "Neues Aserbaidschan" (YAP), zusammen mit ihren Verbündeten kommt sie auf 108 Sitze. Die Volksfront von Ali Kerimli hat sechs Sitze, die "Bürgerliche Solidarität" drei. Jeweils zwei Sitze errangen bei den vergangenen Wahlen die Partei für Nationale Unabhängigkeit, die Musavat Partei sowie die Kommunisten. Jeweils ein Sitz ging an die Volksfront von Mirmahmud Mirali-Oglu und an die Landsmännische Partei. Musavat, die Volksfront von Mirali-Oglu und Partei für die Nationale Unabhängigkeit weigerten sich, ihre Parlamentsmandate anzunehmen.

Nagorny-Karabach: Das mehrheitlich von Armeniern bewohnte und völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörige Gebiet Nagorny-Karabach hat sich beim Zerfall der Sowjetunion von Aserbaidschan losgelöst, diese durch einen Krieg geschaffenen Fakten werden aber international nicht anerkannt. Die beiden Nachbarstaaten Armenien und Aserbaidschan konnten sich bisher nicht auf eine Lösung des seit mehr als einem Jahrzehnt schwelenden Konflikts einigen.

Wirtschaft: Über 90 Prozent aller Exporte sind Erdölprodukte. In diesem Sektor arbeitet lediglich ein Prozent der Bevölkerung. 49 Prozent der Einwohner leben unter der Armutsgrenze. Auf dem Korruptions-Index 2005 von Transparency International (TI) hat Aserbaidschan einen ziemlich schlechten Rang inne. Es rangiert - zusammen mit Usbekistan - auf dem 137sten Platz. (APA)

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