Nahles schließt Rückzug von Kandidatur nicht aus

1. November 2005, 13:48
6 Postings

SPD-Abgeordneter Hilsberg forderte Nahles zum Rückzug auf - Matthias Platzeck als "brauchbare Variante"

Chemnitz/Berlin - Die SPD-Parteilinke Andrea Nahles schließt den Rückzug ihrer Kandidatur für den Posten des SPD-Generalsekretärs nicht aus. "Ich halte alles für möglich", sagte sie am Dienstag im Deutschlandfunk.

Hilsberg fordert Nahles zum Rückzug auf

Der Sprecher der ostdeutschen SPD-Bundestagsabgeordneten, Stephan Hilsberg, hatte zuvor die designierte Generalsekretärin der Sozialdemokraten, Andrea Nahles, zum Rückzug aufgefordert. Wessen strategische Fähigkeiten darin bestünden, "die Partei erst einmal kopflos zu machen und den eigenen Vorsitzenden zu entmachten, der diskreditiert sich selbst für dieses Amt", sagte der Brandenburger Parlamentarier gegenüber der Chemnitzer "Freien Presse".

Mit der Wahl von Nahles sei die SPD aus einer komfortablen Situation in eine möglicherweise über Wochen andauernde Krise hineingeschlittert. "Das hätte jedem im Parteivorstand klar sein müssen, auch Andrea Nahles", fuhr Hilsberg fort. Jetzt gehe es für die SPD darum, mit einem anständigen Krisenmanagement schnell wieder in ruhiges Fahrwasser zu kommen.

Matthias Platzeck als "brauchbare Variante"

Im Gespräch mit der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung" nannte Hilsberg den brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck als geeigneten neuen SPD-Vorsitzenden. "Wenn Platzeck will, ist das jetzt seine Stunde", sagte er. Eine "brauchbare Variante" sei aber auch "die alte Idee", dass der rheinland-pfälzische Regierungschef Kurt Beck den Parteivorsitz übernehme. Im Übrigen habe die SPD zur Großen Koalition keine Alternative. "Wir müssen diese Koalition wollen, ganz gleich, wer unser Parteivorsitzender ist. Es geht um das Schicksal Deutschlands", wird Hilsberg zitiert. (APA/AP)

Share if you care.