Politologe Neugebauer: "Blamable Situation" für SPD

3. November 2005, 11:11
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Müntefering sei "Opfer seiner eigenen Fehleinschätzung"

Wien - SPD-Chef Franz Müntefering habe die parteiinterne Abstimmungsniederlage in der Frage des Generalsekretärs selbst zu verantworten. Müntefering habe "überreagiert" und die Abstimmung "falsch vorbereitet", sagte der Berliner Politikwissenschafter Gero Neugebauer in der "ZiB 2" am Montagabend. So habe er etwa im Vorfeld keine Verhandlungen mit der Parteiführung geführt, "Er ist Opfer seiner eigenen Fehleinschätzung." Der Politologe sprach von einer "blamablen Situation" für die SPD.

Dennoch glaubt Neugebauer an eine große Koalition in Deutschland. Die CDU habe gar keinen anderen möglichen Partner. "Alle sind zum Erfolg verdammt." Neugebauer rechnet mit dem Abschluss der Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD Ende nächster Woche. Ob aber auch die Parteiführungen dem Abkommen zustimmen werden, bleibe abzuwarten, sagte der Politologe.

Müntefering war am Montag mit dem Versuch gescheitert, seinen Vertrauten Kajo Wasserhövel als neuen SPD-Generalsekretär zu nominieren. Der SPD-Vorstand beschloss mit 23 zu 14 Stimmen, dass nur die junge SPD-Linke Andrea Nahles beim Parteitag zur Wahl antreten soll. "Unter den gegebenen Umständen kann ich nicht mehr Parteivorsitzender sein. Dafür war das Ergebnis zu eindeutig und zu klar", war die Reaktion von Müntefering. (APA)

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