Rabin-Mörder fordert Wiederaufnahme seines Gerichtsverfahrens

6. November 2005, 15:00
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Yigal Amair bestreitet, den dritten tödlichen Schuss abgegeben zu haben

Jerusalem - Kurz vor dem zehnten Jahrestag der Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin hat der zu lebenslanger Haft verurteilte Attentäter Yigal Amir eine Wiederaufnahme des Verfahrens gefordert. Wie seine Ehefrau Larissa Trimboler am Montag dem Militärrundfunk sagte, beruft sich Amir darauf, dass er den tödlichen der drei Schüsse nicht abgegeben habe.

"Yigal Amir hat gestanden, dass er Yitzhak Rabin töten wollte, aber er hat nur zwei Mal geschossen. Er war nicht derjenige, der die tödliche Kugel abgegeben hat", sagte Trimboler. Der 36-jährige Amir versucht damit, der Theorie einer von Angehörigen des israelischen Geheimdienstes initiierten Verschwörung Gewicht zu verleihen.

Geringe Chancen

Beobachtern zufolge sind die Chancen sehr gering, dass die israelische Justiz der Wiederaufnahme des Falles zustimmen wird. Einer am Freitag veröffentlichten Umfrage zufolge wären 18 Prozent der Israelis bereit, Rabins Mörder zu begnadigen. 76 Prozent sprachen sich dagegen aus.

Unterdessen übertrug der private Fernsehsender "10" ein Interview mit Amirs Mutter. Sie forderte die Festnahme all jener, die an der von Ministerpräsident Ariel Sharon angeordneten Räumung des Gazastreifens beteiligt waren. Der Abzug war im September gegen heftige Proteste jüdischer Extremisten beendet worden.

Amir hatte Rabin am 4. November 1995 am Rande einer Friedenskundgebung in Tel Aviv erschossen. Er hat zu keinem Zeitpunkt Reue für seine Tat gezeigt. (APA)

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