Fußball: Poker um TV-Rechte in Deutschland startet diese Woche

1. November 2005, 17:16
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36 Profi-Vereine hoffen auf Summe von über 400 Millionen Euro - Mehr als zehn Rechte-Pakete werden den TV-Sendern und anderen Unternehmen angeboten

Fußball: Poker um TV-Rechte in Deutschland startet diese Woche 36 Profi-Vereine hoffen auf Summe von 400 Mio. Euro plus X

Hannover (APA/dpa) - In Deutschland beginnt diese Woche das große Feilschen um die Fernseh-Rechte an der Fußball-Bundesliga (DFL) für die Zeit nach der WM-Endrunde 2006. Am Dienstag veröffentlicht die DFL die Ausschreibung für das Oberhaus und die Zweite Liga. "Wichtig ist für uns die größtmögliche Transparenz", sagt Liga-Chef Werner Hackmann und DFL-Direktor Tom Bender fügt hinzu: "Das ist die komplexeste Ausschreibung in der Bundesliga-Geschichte."

Mehr als zehn Rechte-Pakete

Mehr als zehn Rechte-Pakete werden den TV-Sendern und anderen Unternehmen angeboten. So schreiben es die strengen EU-Vorgaben vor. Entsprechend groß ist die Zahl der Interessenten. Neben ARD/ZDF, DSF und Premiere, die bisher zusammen 300 Mio. Euro pro Saison zahlten, wollen z.B. auch RTL und Kabel Deutschland als zweiter Pay TV-Kanal um die Rechte bieten. Die Erwartungen der 36 Profi-Vereine sind hoch.

Sie hoffen auf deutlich mehr Fernsehgeld, auch wenn die von Bayers Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge genannten 500 Mio. Euro als unwahrscheinliche gelten. 400 Mio. Euro plus X - diese Summe scheint realistischer zu sein. "Der richtige Preis ist immer der, den der Markt hergibt", meint Seifert. Nach dem Motto "Konkurrenz belebt das Geschäft", sieht er die DFL in einer guten Verhandlungsposition. Die Bundesliga boomt, die Besucherzahlen steigen und die Kirch-Krise ist Vergangenheit.

Unter Umständen gravierende Spielplan-Änderungen

Für höhere Einnahmen aus der TV-Vermarktung müssen Klubs und Zuschauer unter Umständen gravierende Spielplan-Änderungen in Kauf nehmen. Premiere, mit bisher 180 Mio. Euro wichtigster DFL-Partner, will für mehr Exklusivität mehr Geld zahlen. Das kann durch die Rückkehr zu Freitag-Partien erreicht werden oder durch die zeitliche Verschiebung der ARD-Sportschau, zum Beispiel auf 22 Uhr. Gegen dieses Modell würden nicht nur das Erste, sondern auch Fans und Politiker Sturm laufen. (APA/dpa)

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