Novartis übernimmt US-Impfstoffhersteller Chiron

7. November 2005, 14:39
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US-Firma akzeptiert neues Angebot - Schweizer Pharmakonzern erhofft sich Kostensynergien von 200 Millionen Dollar

Basel - Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat einen Fusionsvertrag mit dem US-Impfstoffhersteller Chiron unterzeichnet. Das teilte das Unternehmen am Montag in Basel mit. Bisher hält Novartis rund 42 Prozent an Chiron.

Einige Mitglieder des Chiron-Verwaltungsrates hatten zunächst die Offerte des Pharmariesen von 4,5 Mrd. Dollar (3,6 Mrd. Euro) als unzureichend abgelehnt. Nun hätten sie ein auf 45 Dollar je Aktie verbessertes Angebot akzeptiert und einstimmig zur Annahme empfohlen, erklärte Novartis.

Kostensynergien

Dabei geht es um 113 Mio. Chiron-Aktien, die sich noch nicht im Besitz von Novartis befinden. Die Transaktion beläuft sich damit auf 5,1 Mrd. Dollar, die in bar entrichtet werden. Novartis rechnet durch die Vollübernahme mit jährlichen Kostensynergien von 200 Mio. Dollar innerhalb von drei Jahren. Chiron ist das fünftgrößte Impfstoffunternehmen der Welt.

Die Chiron-Aktien waren nach der zeitweisen Schließung eines großen Chiron-Betriebs für Grippeimpfstoffe in England in 2004 unter Druck geraten. Es hatte behördliche Beanstandungen wegen Verunreinigungen gegeben.

In einem deutschen Chiron-Betrieb war es in diesem Jahr zu ähnlichen Problemen gekommen. Die Chiron-Aktien hatten nach der Novartis-Offerte kräftig zugelegt. Chiron war 1981 gegründet worden. Die Firma erwirtschaftete 2004 mit rund 5300 Mitarbeitern einen Umsatz von gut 1,7 Mrd. Dollar.

Investitionen

Novartis ist seit zehn Jahren größter Chiron-Aktionär. "Wir planen, einen Turn Around im Impfstoffgeschäft von Chiron herbeizuführen. Dieser wird Investitionen in die Forschung und Entwicklung erfordern, sowie in die Produktion, um notwendige Qualitäts- und Kapazitätssteigerungen zu erzielen", wurde Novartis-Chef Daniel Vasella in der Mitteilung zitiert.

Der Chiron-Verwaltungsrat hat zehn Mitglieder, von denen sechs von Chiron und von Novartis bestimmt worden waren. Die restlichen vier Mitglieder des Aufsichtsgremiums gelten als unabhängig, sie hatten allein das Novartis-Angebot begutachtet und zunächst abgelehnt. (APA/dpa)

  • Artikelbild
    foto: www.chiron.com
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