FACC : Polit-Streit um neuen Standort

2. November 2005, 20:06
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Entscheidung des Flugzeugzulieferers FACC, neues Werk im oberösterreichischen Reichersberg und nicht im steirischen Fohnsdorf zu bauen, wird immer stärker politisiert

Wien - Die Entscheidung des Flugzeugzulieferers FACC, ein neues Werk im oberösterreichischen Reichersberg und nicht im steirischen Fohnsdorf zu bauen, wird immer stärker politisiert: SP-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter kündigte am Montag gegenüber dem SP-Pressedienst eine parlamentarische Anfrage an Wirtschaftsminister Martin Bartenstein an. Die FACC ist zwar ein Privatbetrieb, Kräuter verdächtigt den Steierer Bartenstein aber, das Projekt verhindert zu haben. Das letzte Wort im Streit um die Ansiedlung ist aber offenbar noch nicht gesprochen - die unterlegene Androsch-Gruppe nimmt einen neuen Anlauf.

"Wenn sich herausstellen sollte, dass einerseits die ÖVP in der Steiermark das Projekt einer Landesholding nach außen mitträgt, dann aber hinterrücks der steirische ÖVP-Wirtschaftsminister Bartenstein einzelne Projekte dieser Holding verhindert, ist das erste ganz große steirische Wahlkampfthema für die Nationalratswahl am Tisch", erklärt SP-Abgeordneter Kräuter in einer Aussendung.

Standortentscheidung

Wie berichtet hat sich der FACC-Aufsichtsrat vor einer Woche für den Bau des Werks in Oberösterreich entschieden gegen den Wunsch des Miteigentümers Hannes Androsch und seiner Gruppe, die Fohnsdorf favorisiert hatten. Raiffeisen Oberösterreich-General Ludwig Scharinger und der Vertreter von Fischer-Ski hatten Oberösterreich favorisiert. In der Steiermark weisen sich seither die politischen Parteien gegenseitig die Verantwortung zu.

Androsch hatte nach der Abstimmungsniederlage am Montag vergangener Woche den Aufsichtsratsvorsitz zurückgelegt. Nach seiner Darstellung wäre eine Ansiedlung in der Steiermark betriebswirtschaftlich günstiger gewesen. Nach einer Meldung im jüngsten "profil" gibt sich Androsch in der Standortfrage aber noch nicht geschlagen. Er setzt dabei auf den FACC-Großgesellschafter Salinen, der "unter Umständen" bereit sei, für den FACC-Werksbau fünf Mio. Euro Eigenkapital zur Verfügung zu stellen. Er sei "nicht bereit einen Finanz-Hasard mitzutragen", wird Androsch im "profil" zitiert.

Noch nicht geschlagen

Die Androsch-Gruppe ist in der Österreichischen Salinen AG etwa gleich stark, möglicherweise stärker als die Gruppe seines Geschäftspartners Scharinger. Den Ausschlag dürfte bei einer Abstimmung das Verhalten der Mitarbeiterstiftung (10 Prozent geben). An der FACC AG sind die Salinen und die Fischer GmbH zu jeweils 47,5 Prozent beteiligt, fünf Prozent hält Vorstandschef Walter Stephan. (APA)

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    SP-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter (Bild) verdächtigt Wirtschaftsminister Bartenstein, das Projekt verhindert zu haben und kündigt eine parlamentarische Anfrage an Bartenstein an.

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