Wien zeichnet Wissenschafter aus

7. November 2005, 12:42
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Mit Wilhelm Filla (Bereich Volksbildung), Anton Pelinka (Geistes- und Sozialwissenschaften), Hildegunde Piza (Medizinische Wissenschaften) und Renée Schröder (Natur- und Technische Wissenschaften) wurden vergangene Woche vier Persönlichkeiten aus dem akademischen Leben mit dem Preis der Stadt Wien für 2005 geehrt. Die Auszeichnung ist mit je 8000 Euro dotiert.

Die Arbeit des Politologen Anton Pelinka, seit 1. Jänner 2005 Dekan der neu gegründeten Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie der Universität Innsbruck, sei Impuls für das intellektuelle Leben in Österreich. Sein Leitmotiv sei "Regierung und Gesellschaft brauchen Kritik", hieß es in der Begründung. Filla wurde als "Bildungsforscher, Bildungsmanager und Bildungstheoretiker" bezeichnet. Er widmete sich in seinen Arbeiten etwa der Frage, wie Bildung außerhalb der Schulen und Universitäten demokratisch gestaltet werden könne. Piza habe als erste Ordinaria für Plastische Chirurgie im deutschsprachigen Raum mit neuen Methoden und Techniken zahlreichen Patienten zu einen neuen Leben verholfen, lautete die Begründung für die Auswahl der Forscherin. Die Chirurgin nähte einem Rohrbombenopfer die Hände eines Fremden an.

Schröder habe mit ihrer Forschung über Ribonukleinsäuren (RNA) Mut bewiesen und setze sich darüber hinaus auch für die Vermittlung von Wissenschaft ein. Anfang der Neunzigerjahre konnte sie gemeinsam mit ihren Mitarbeitern zeigen, dass einige Antibiotika die RNA als Zielmoleküle ansteuern und damit die Funktion der RNA hemmen. Ein besonderes Anliegen sei Schröder die Frauenförderung in der Wissenschaft, hieß es in der Jurybegründung. Schröder wurde bereits zur Wissenschafterin des Jahres gewählt und ist Wittgenstein-Preisträgerin. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31. 10. 2005)

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