Immer mehr Kältetote und Tetanusopfer

4. November 2005, 15:18
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Mann nach drei Wochen aus Trümmern gezogen - UN muss Hilfsflüge wegen Geldmangels einstellen

Islamabad - Dreieinhalb Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Pakistan sterben immer mehr Menschen in der Katastrophenregion an eisiger Kälte und an Tetanus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte am Dienstag in Islamabad mit, wegen Impfstoffmangels seien 24 weitere Menschen an Wundstarrkrampf gestorben.

Die Zahl der Tetanus-Opfer liege inzwischen bei 44 und könne weiter ansteigen, weil der Impfstoff zu langsam geliefert werde. Die pakistanische Zeitung "Ausaf" berichtete von vier weiteren Kältetoten in dem Katastrophengebiet.

Der Generaldirektor der pakistanischen Meteorologiebehörde, Quammaruz Zaman, sagte, alles deute auf einen ungewöhnlich kalten Winter in der Region hin. Es werde mehr und heftiger schneien als üblich, die Temperaturen würden deutlich unter den für die Jahreszeit normalen Werten liegen.

In Pakistan und Indien starben insgesamt rund 60.000 Menschen nach dem Erdbeben am 8. Oktober. In Pakistan wurden knapp drei Millionen Menschen obdachlos. Viele von ihnen sind nach UN-Angaben wegen mangelnder internationaler Hilfe vom Tod bedroht.

UN muss Hilfsflüge wegen Geldmangels einstellen

Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) hatte am Montag mitgeteilt, wegen Geldmangels könnte es gezwungen sein, Hilfsflüge einzustellen. Hubschrauber seien aber die einzige Möglichkeit, hunderttausende Überlebende zu erreichen. Das WFP habe nur zehn Prozent der benötigten 100 Millionen Dollar erhalten. WFP-Regionaldirektor Amir Abdulla sagte: "Es ist extrem beunruhigend, dass die internationale Gemeinschaft, die nach dem Tsunami im Indischen Ozean so großzügig war, bisher dabei versagt, angemessen auf diese Krise zu reagieren."

22 Tage nach dem Beben haben Familienangehörige in Pakistan einem Zeitungsbericht zufolge einen 45-jährigen Mann lebendig aus den Trümmern eines Hauses gezogen. Die Zeitung "The News" berichtete am Dienstag, die Familie habe Mohammad Saeed unverletzt gefunden, als sie am Sonntag Schutt wegräumte. Angaben dazu, wie der Mann die drei Wochen unter den Trümmern überlebte, machte das Blatt nicht. (APA/dpa)

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