Rumänien und Japan melden neue Fälle

2. November 2005, 08:26
posten

82.000 Hühner sollen getötet werden - Beratungen über Maßnahmen gegen die Seuche in Australien und Afrika

Bukarest/Tokio - Japan und Rumänien haben am Montag neue Fälle von Vogelgrippe gemeldet. Auf einem Bauernhof in der Präfektur Ibaraki nordöstlich von Tokio wurden bei mehreren Hühnern Infektionen mit einem Virus der H5-Gruppe festgestellt, wie die Behörden mitteilten. In Rumänien wurden laut Regierungsangaben ein Schwan und eine Wildgans positiv getestet. In allen Fällen muss noch geklärt werden, ob die Tiere mit dem auch für Menschen gefährlichen Virustyp H5N1 infiziert waren.

Der Schwan war tot an einem See südlich des Donaudeltas entdeckt worden, die Gans am Ufer der Donau in der Nähe des Dorfs Vadul Oii. Landwirtschaftsminister Gheorghe Flutur sagte am Montag, alle in dem Dorf gehaltenen Vögel würden nun untersucht. In den Ortschaften Ceamurlia de Jos und Maliuc im Donaudelta waren Anfang Oktober die ersten Fälle von Vogelgrippe in Europa aufgetreten.

Vogelgrippevirus in Japan

Wegen des jüngsten Falls in Ibaraki sei die Tötung von 82.000 Hühnern geplant, erklärte der Spitzenbeamte für Landwirtschaftsfragen in der Präfektur, Taro Imai. Die betroffene Farm stand wegen früherer Vogelgrippefälle bereits unter Quarantäne wie 40 weitere Farmen mit insgesamt 4,5 Millionen Nutzvögeln. In der Region wurden laut Imai schon 1,5 Millionen Tiere von 26 Geflügelfarmen getötet. Im Juni wurde in Japan abermals der schon früher aufgetretene Erreger H5N2 bei einer Reihe Vögel identifiziert. Von dessen möglicher Übertragung auf Menschen ist bisher nichts bekannt.

Jener Schwan, der am Samstagnachmittag tot in der Neuen Donau in Wien gefunden wurde und anschließend für einige Medienberichte sorgte, befand sich am Montag bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Dort wird er "wie jeder andere tote Wasservogel auch", so Sprecher Oscar Wawschinek, auf seine Todesursache hin untersucht. Dabei wird auch auf Influenza-Viren geschaut. Mit einem Ergebnis ist voraussichtlich am Dienstag zu rechnen.

Roche verhandelt mit China

Der Schweizer Pharmakonzern La Roche nahm nach einem Zeitungsbericht Verhandlungen mit China auf, um eine gemeinsame Produktion des Grippemittels Tamiflu zu ermöglichen. Man sei bereit, auf diesem Gebiet mit den chinesischen Behörden zusammenzuarbeiten, zitiert die Hongkonger "South China Morning Post" den La-Roche-Chef Franz Humer, der sich am Wochenende zu einer Konferenz in Schanghai aufhielt. Die Niederlassung des Unternehmens in Schanghai erklärte lediglich, man bemühe sich um eine Ausweitung der Lieferkapazitäten.

In der ruandischen Hauptstadt Kigali berieten Vertreter aus 53 afrikanischen Staaten über ein gemeinsames Vorgehen im Kampf gegen die Vogelgrippe. Die Delegierten befürchten, dass Zugvögel das Virus aus Europa nach Afrika bringen könnten. Mehrere afrikanische Länder haben bereits ein Importverbot für Geflügel verhängt.

Im australischen Brisbane berieten unterdessen Delegationen der Pazifikanrainerstaaten (APEC) über gemeinsame Maßnahmen gegen die Vogelgrippe. Vietnam erklärte, es könne den Kampf gegen den Erreger ohne Finanzhilfen nicht gewinnen. Das Land benötige allein 50 Millionen Dollar (41 Millionen Euro), um die notwendigen Medikamente in ausreichender Menge zu beschaffen, sagte Vizelandwirtschaftsminister Bui Ba Bong. Aus Vietnam stammten rund zwei Drittel der mindestens 62 Menschen, die der Vogelgrippe in Südostasien bereits zum Opfer gefallen sind.

Auf vietnamesischen Geflügelfarmen wurden nach einem Massensterben von rund 800 Tieren 400 Vögel getötet, wie die Behörden am Montag mitteilten. Die Maßnahme sei ergriffen worden, obwohl die toten Tiere negativ auf H5N1 getestet worden seien, sagte Hoang Dang Nguyen, Leiter der Behörde für Tiergesundheit in der Provinz Bad Giang. (APA/AP)

Share if you care.