Sicherheits-CD von Microsoft fällt im Test durch

24. November 2005, 16:49
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Bei Verdacht auf Virenbefall bietet das Sicherheitskonzept keine verlässliche Lösung

Obwohl sich Microsoft sehr viel Vorbereitungszeit gegönnt hat, enttäuschen die neuen Sicherheits-CDs von den Windows-Machern die hohen Erwartungen der Nutzer. Bei Verdacht auf Virenbefall bietet das Sicherheitskonzept keine verlässliche Lösung.

Knoppicillin

Wer seinen PC von versteckten Angreifern sorgfältig säubern möchte, sollte sich mit ein paar Mausklicks selbst ein Rettungs-Windows bauen oder auf die Linux-Variante Knoppicillin zurückgreifen, rät das Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe.

Außer Gefecht

Es gibt durchaus Trojaner und Viren, die selbst regelmäßig aktualisierte Virenscanner außer Gefecht setzen. Die Wächter schlagen keinen Alarm, und der Nutzer fühlt sich sicher. Wenn der PC ungewöhnliche Macken zeigt oder unerklärlichen Datenaustausch mit dem Internet betreibt, ist also trotz eines vorhandenen Virenscanners Vorsicht geboten. Klarheit kann nur ein von CD startendes absolut sauberes Betriebssystem mit einem aktuellen Virenscanner bringen.

"Somit hat man nach dem Scan mit der Sicherheits-CD keine Gewissheit, dass der Rechner wirklich sauber ist"

Microsoft verbreitet jetzt Sicherheits-CDs, etwa über Computerzeitschriften, die genau diese Lücke schließen sollen. Doch zum Entfernen der Schädlinge liefern sie gerade mal ein Tool, das sich von der Boot-CD starten lässt. Das erkennt und beseitigt aber nur circa 40 der verbreiteten Schädlingsfamilien und kann einem mit aktuellen Signaturen ausgestatteten Virenscanner nicht das Wasser reichen. "Somit hat man nach dem Scan mit der Sicherheits-CD keine Gewissheit, dass der Rechner wirklich sauber ist", erläutert c't-Redakteur Jürgen Schmidt. "Zudem ist die Update-Funktion sehr rudimentär ausgefallen. Es ist nicht vorgesehen, die CD direkt via Internet zu aktualisieren, so dass neue Viren und Trojaner gar nicht erst erkannt werden."

Hochwertig

Auf der Suche nach einer wirklich hilfreichen Lösung können die Anwender auf andere Möglichkeiten zurückgreifen. Als eine Alternative bleibt ihnen das Herstellen eines eigenen Rettungs-Windows. Mit Hilfe der Software-CD in der aktuellen c't ist das mit wenigen Mausklicks erledigt. Die zweite Möglichkeit ist das Linux-System Knoppicillin, das ebenfalls Schädlingen den Garaus macht, die sich am Virenwächter vorbeigemogelt oder ihn deaktiviert haben. Beide Lösungen bieten hochwertige Antivirus-Software und einen Online-Zugang zum Aktualisieren der Signaturen sowie Antispyware-Tools, die heimlich installierte Spionageprogramme aufspüren.

Die Sicherheitstools von Microsoft liegen dem c't-Heft bei, damit sich die Leser selbst ein Bild von deren Funktionsfähigkeit machen können. Hilfreicher ist jedoch der Griff zum selbst erstellten Rettungswindows oder Knoppicillin, das direkt bootfähig auf der zweiten Heft-CD ebenfalls enthalten ist. (red)

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