Halloween: Sachbeschädigungen nehmen zu

1. November 2005, 19:09
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Laut Radiobericht doppelt so viele Straftaten wie an normalen Tagen - Polizei rät, eher nicht selbst einzuschreiten

Wien - Mit einer Zunahme an Sachbeschädigungen sieht sich Österreichs Polizei zu Halloween konfrontiert. Am Halloweentag gebe es mehr als doppelt so viele Straftaten wie an normalen Tagen, erklärte Armin Halm vom Bundeskriminalamt im Ö1-Morgenjournal. Insgesamt wurden 2004 mehr als 760 Sachbeschädigungen zu Halloween angezeigt, so Halm gegenüber der APA.

Vandalismus

Bei rund 300 Fällen handelte es sich um Vandalismus. Darunter versteht die Polizei eine Begehungsform, die sich durch "richtige Zerstörungswut" auszeichnet, erläuterte Halm. Davon sprechen Experten etwa, wenn Jugendliche im Halloween-Taumel eine Spur der Verwüstung ziehen und reihenweise Autos zerkratzen, Verkehrstafeln ausreißen und Telefonzellen anzünden. "Gruppendynamik und Alkohol spielen eine große Rolle."

Die meisten Delikte gehen Halm zufolge auf das Konto Jugendlicher "von 14 Jahren aufwärts. Erwachsene sind im Zusammenhang mit Halloween nur gelegentlich dabei". Aber auch noch strafunmündige Kinder schlagen um den 31. Oktober manchmal über die Stränge. "Streiche" wie Eier gegen die Fassade des Nachbarn werfen, Mauern mit Farbe besprühen oder mit Kastanien Fenster einwerfen sind eindeutig Sachbeschädigungen. Als harmlos gehen Scherze durch wie einen Blumenstock verstecken oder die Fußmatte kurzfristig "verschwinden" lassen. Das Bundeskriminalamt rät in solchen Fällen, eher nicht selbst einzuschreiten, sondern bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Außerdem will die Polizei verstärkt patrouillieren.

Halloween in Vorarlberg unerwünscht

Keine Belästigung durch Halloween wünscht die Vorarlberger Gemeinde Rankweil. Bürgermeister Hans Kohler hat wie im vergangenen Jahr einen Brief an Eltern und Schüler ausgeschickt, in dem er sie auffordert, auf Aktivitäten rund um Halloween zu verzichten. Begründet wird diese Maßnahme mit massiven Sachbeschädigungen. Bei Autos zersteche man die reifen oder ruiniere die Lichter, so Kohler. Polizei und Ortspolitik unterstützen laut Ö1 das Halloweenverbot. Auch acht weitere Vorarlberger Gemeinden haben sich den Ansichten Kohlers angeschlossen.

Halloween-Boom

Trotz kritischer Stimmen ist indessen kein Ende des Halloween-Booms abzusehen. Im Vorjahr haben die Österreicher 18 Millionen Euro für Halloween-Gimmicks ausgegeben. Für heuer prognostiziert Roman Seliger von der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer sogar eine leichte Steigerung um drei Prozent. (APA/red)

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