London verhinderte Verfahren gegen Terrorverdächtigen in Rom

4. November 2005, 09:18
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Zeitung: Libyer wurde nicht rechtzeitig an Italien ausgeliefert

London - Großbritannien hat einem Zeitungsbericht zufolge einen Terrorverdächtigen nicht rechtzeitig an Italien ausgeliefert und damit das Verfahren gegen ihn verhindert. Der verdächtige Libyer sei im Mai 2002 nach einem italienischen Geheimdiensthinweis festgenommen worden, weil er der Terrorgruppe des Al-Kaida-Kämpfers Abu Mussab al-Zarqawi angehören soll, berichtete die britische Tageszeitung "The Times" am Montag.

Der Mann sei nach Einschätzung der Mailänder Staatsanwaltschaft an Anschlagsplänen auf europäische U-Bahnen beteiligt gewesen. Ein Richter habe im Dezember vergangenen Jahres befunden, dass der Verdächtige an Italien ausgeliefert werden könne, aber die britische Justiz habe die Frist dafür mittlerweile überschritten.

Großbritannien hätte dem Verdächtigen nur mitteilen müssen, dass gegen ihn ermittelt werde, "und das Verfahren hätte weitergehen können", sagte der italienische Staatsanwalt Massimo Meroni der Zeitung. "Nicht einmal das haben sie getan, und so ist die Frist verstrichen." Die britische Regierung wiederum wirft Italien vor, nicht darauf hingewiesen zu haben, wie dringend der Fall sei. "Wir wollen nicht, dass dieser Mann frei herumläuft, also schauen wir, welche Möglichkeiten wir haben", sagte ein Vertreter der britischen Justiz dem Blatt. (APA/AFP)

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