Keine Entspannung der Lage in Sicht

2. November 2005, 15:28
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Islamischer Jihad kündigt nach israelischer Militäraktion Rache an

Gaza - Im Nahen Osten zeichnet sich keine Beruhigung der angespannten Lage ab. Nach einem israelischen Militäreinsatz gegen militante Palästinenser hat die radikale Palästinenserorganisation Islamischer Jihad Rache angekündigt. Bei einem Treffen am Sonntagabend in Gaza konnten sich die Führer von 13 Palästinensergruppen nicht darauf einigen, einen vereinbarten Stopp von Angriffen auf Israel mitzutragen.

Ein Sprecher des Islamischen Jihads erklärte, seine Organisation behalte sich vor, für israelische Angriffe Vergeltung zu üben. Andere Gruppen seien dagegen überein gekommen, alle Angriffe vom Gazastreifen auf Israel einzustellen, hieß es nach der Sitzung. Die Vertreter der Gruppen hätten sich jedoch nicht darauf verständigen können, wie auf die Tötung militanter Palästinenser durch Israel im Gazastreifen und im Westjordanland zu reagieren sei, sagte ein Teilnehmer der Zusammenkunft.

Drohung

Einer der drei von israelischen Soldaten am Sonntag getöteten Palästinenser soll Drahtzieher des Selbstmordanschlags von Hadera gewesen sein, berichtete die israelische Zeitung "Haaretz" Montag Früh in ihrer Internetausgabe.

Israelische Soldaten seien in das Dorf Kabatiya nahe Jenin im Westjordanland eingedrungen und hätten ein Haus belagert, hieß es am Sonntagabend aus palästinensischen Sicherheitskreisen. Dabei sei es zu dem Schusswechsel gekommen, bei dem zwei militante Palästinenser und ein Zivilist getötet wurden. Der islamische Jihad drohte nach dem Tod der Palästinenser, die Bewohner zweier benachbarter israelischer Siedlungen würden nun keine Ruhe mehr finden.

Luftangriffe

Der israelische Einsatz in Kabatiya erfolgte nur kurz nachdem die palästinensische Autonomiebehörde mit den militanten Palästinensergruppen einen Stopp von Angriffen gegen Israel vereinbart hatte. Israel hatte daraufhin seine nach dem Selbstmordanschlag in Hadera begonnenen Luftangriffe im Gazastreifen vorerst eingestellt.

Die Vereinbarung sei unter ägyptischer Vermittlung zu Stande gekommen und die Autonomiebehörde habe das Nahost-Quartett (EU, UNO, USA und Russland) darüber informiert. Sprecher des Islamischen Jihads bestätigten, man habe einem Stopp von Kassam- Raketenangriffen auf israelische Grenzorte zugestimmt. Bedingung sei allerdings, dass auch Israel seine Attacken einstelle. (APA/dpa)

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