Villeneuve, Hill, jetzt Rosberg

3. November 2005, 14:28
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Wieder einmal ein Weltmeistersohn, der es probiert - Nico Rosberg soll einen Fünfjahres­vertrag bei Williams unterschrieben haben

Grove/Wiesbaden - 1982 war es, da gewann der Finne Keke Rosberg in einem Ford-Cosworth-Motor-bestückten Williams die Formel-1-Weltmeisterschaft. Nun hat Sohn Nico Rosberg (20) offenbar einen langfristigen Vertrag bei Williams unterschrieben, das fortan wieder mit Cosworth-Motoren unterwegs sein wird. Der bisherige Partner BMW hat ja das komplette Sauber-Team aufgekauft und wird in der nächsten Saison sowohl Motor als auch Chassis selber machen.

Es hat ja schon einige Weltmeister gegeben, denen die Söhne in die Formel 1 folgten. So wurde Damon, der Bub des Graham Hill, auch selbst Weltmeister, Nämliches schaffte Jacques, Sohn von Gilles Villeneuve. Mario Andrettis Sprössling Michael lieferte nur ein kurzes Gastspiel in der Formel 1, sein Talent spielt er in amerikanischen Rennserien aus. Und jetzt kommt Nico Rosberg, der schon seit Jahren an der Spitze diverser Motorsportklassen unterwegs ist, heuer die GP2-WM gewann, die als Vorstufe zur Formel 1 gehandelt wird. Rosberg junior wurde in Wiesbaden geboren, wuchs in Monte Carlo auf und ging dort zur Schule, er hat sowohl einen finnischen als auch einen deutschen Pass. "Ich fühle mich eher als Deutscher", sagt er, dessen Mutter Deutsche ist - und auch zu Hause wird nur Deutsch gesprochen.

Neben dem Engagement in der GP2-Serie war Rosberg in diesem Jahr auch schon als Testpilot für BMW-Williams unterwegs, wo er einst schon als 17-Jähriger erstmals einen Formel-1-Boliden fahren durfte. Als Testpilot hatte Rosberg aber seine künftigen Chefs bereits beeindruckt. "Nico ist ein außergewöhnlich guter, junger Fahrer. Die Eindrücke, die er beim Testfahren hinterlassen hat, sind bestens. Er ist ein intelligenter Bursche, der das Fachwissen offenbar von seinem Vater in die Wiege gelegt bekommen hat", sagte Technikchef Sam Michael.

Mit der Verpflichtung durch das Williams-Team, welches die Meldungen weder bestätigte noch dementierte, ist Nico Rosberg in Rekordzeit in der Formel 1 angekommen. Erst 2002 war er aus dem Kart in die Formel BMW umgestiegen, die er auf Anhieb gewann. Nach zwei Jahren in der Formel-3-Euroserie mit vier Siegen holte er in diesem Jahr in der neuen GP2-Serie seinen zweiten Titel, den er im ersten von zwei Rennen beim Saisonfinale in Bahrain mit seinem siebten Saisonsieg perfekt machte. Das zweite Rennen gewann er dann sicherheitshalber auch noch. (DER STANDARD, Printausgabe, Montag, 31. Oktober 2005, bez, sid)

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    Nico Rosberg, Champion in spe.

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