Umfrage: Konservative Einschätzung konservativer Wähler

4. November 2005, 16:43
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ÖVP-Wähler gelten als gebildet, erfolgreich und politisch interessiert - FPÖ und BZÖ-Wähler als unglücklich - mit Infografik

Was sind das eigentlich für Leute, die die ÖVP wählen? Oder die FPÖ? Oder - ein paar haben das ja in Wien gemacht - gar das BZÖ? Dieser Frage ist das Linzer market-Institut nachgegangen, mit teilweise überraschenden Ergebnissen für die Images der Parteien.

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Linz - Wer ÖVP wählt, gilt als gebildet, erfolgreich und als politisch sowie kulturell interessiert. Und so eine Einschätzung ist nicht nur für das Selbstbild der Wähler bedeutsam, sondern vor allem für das politische Marketing, erklärt der Linzer Marktforscher David Pfarrhofer.

"Es sagt viel über eine Partei aus, welches Image ihre Wähler haben - wenn eine Partei in dem Ruf steht, dass sie vor allem von wenig gebildeten und wenig erfolgreichen Leuten gewählt wird, dann hat das natürlich Auswirkungen darauf, wer sich zu einer solchen Partei bekennen will. Und wer auch nur in Erwägung ziehen würde, einer solchen Partei die Stimme zu geben, auch wenn er oder sie das niemandem auf die Nase binden würde", sagt Pfarrhofer über die umfangreiche Studie, die er in der zweiten Oktoberhälfte durchgeführt hat und exklusiv im STANDARD präsentiert.

Sie zeigt - auch in der grafischen Darstellung - deutlich, dass den Parteien völlig unterschiedliche Wählertypen zugeordnet werden - und vor allem dass die Wähler von FPÖ und BZÖ überhaupt wenig wahrgenommene Eigenschaften haben.

"Weiche Werte"

Pfarrhofer: "Mit der Fragestellung kommt man auf die so genannten ,weichen Werte', auf das, was die Menschen gefühlsmäßig über die Parteien sagen. Glück zum Beispiel ist überhaupt keine politische Kategorie - aber ob die Menschen, die eine bestimmte Partei wählen, glücklich oder unglücklich sind, das kann man recht gut einschätzen."

Im Falle von FPÖ und BZÖ lautet die Einschätzung: Es müssen eher unglückliche Menschen sein, die politisch hier landen - bei beiden Parteien sind weniger als zehn Prozent der Befragten der Meinung, dass die Anhängerschaft glücklich wäre. Oder treu: Nur jeweils sechs Prozent sehen die Wähler von BZÖ und FPÖ für treu an, die ÖVP-Wähler gelten dagegen immerhin 20 Prozent der Befragten als treu.

Die positiven konservativen Einschätzungen der konservativen Wähler kommen übrigens zu einem Gutteil von älteren Befragten: Beruflichen Erfolg und hohes Bildungsniveau trauen vor allem ältere und selber höher gebildete Befragte der ÖVP zu - bei jüngeren Gruppen gibt es da ein generell niedrigeres Nennungsniveau. Pfarrhofer: "Wer nicht im Laufe seines Lebens mehreren Menschen begegnet ist, die er dieser oder jener politischen Richtung zuordnen kann, tut sich mit der Einschätzung schwerer."

Erreichtes bewahren

Dafür lockt das Untersuchungsmodell vor allem Frauen, die in anderen Umfragen eher zurückhaltend mit politischen Einschätzungen sind, aus der Reserve - "man kann sich ja nicht ,blamieren', wenn man abschätzen soll, ob Schwarze, Blaue, Rote oder Grüne ein dickes Auto fahren, sportlich und lebenslustig sind oder sich eher darauf verlegen, das Erreichte zu bewahren". Das übrigens wird den Wählern aller Parteien in relativ hohem Maß unterstellt - außer den Grünen. (DER STANDARD, Printausgabe 31.10./1.11.2005)

Von Conrad Seidl

Lesen Sie bitte am Mittwoch, wie SPÖ- und Grünen-Wähler eingeschätzt werden.

  • Was Österreicher den Anhängern von ÖVP, FPÖ und BZÖ zutrauen.
    grafik: der standard

    Was Österreicher den Anhängern von ÖVP, FPÖ und BZÖ zutrauen.

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    VP-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner im Präsidentschaftswahlkampf

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