Anschlag auf Polizisten im Presevo-Tal

2. November 2005, 15:26
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Militante Albanische Organisation "Schwarzer Schatten" bekennt sich zu Bombenanschlag

Eine militante albanische Organisation mit dem Namen Schwarze Schatten hat sich zu einem am vergangenen Wochenende verübten Bombenanschlag auf eine Polizeistation in Veliki Trnovci in Südserbien bekannt. Die Gruppe, die eine Formation der albanischen "Befreiungsarmee" sein soll, forderte im Internet, dass der Status des Presevo-Tals gemeinsam mit dem zukünftigen Status des Kosovo gelöst werde.

In Pristina bezeichnen radikale albanische Politiker die drei mehrheitlich von Albanern bewohnten, südserbischen Gemeinden Bujanovac, Medvedja und Presevo auch als "Ostkosovo", das einem "unabhängigen Kosovo" angegliedert werden sollte.

Politische Spannungen nahmen zu

Bei dem Anschlag auf die Polizeistation wurde niemand verletzt, die politischen Spannungen in der Region vor Beginn der Verhandlungen über den Status des Kosovo nahmen dadurch aber nur zu. Die Premierminister Serbiens und des Kosovo, Vojislav Kostunica und Bajram Kosumi, wiederholten ihre unversöhnlichen Standpunkte: Während Belgrad auf der durch die UNO-Resolution 1244 garantierten "territorialen Souveränität" der Staatengemeinschaft Serbien und Montenegro beharrt, kommt für Pristina "nichts als die Unabhängigkeit" des seit 1999 von der UNO verwalteten Kosovo infrage. Die Vereinten Nationen wollen Serben und Kosovaren "feste" Verhandlungsregeln vorschreiben und rasch einen politischen Kompromiss aufzwingen, um eine Expansion extremistischer Gruppen aufzuhalten. (DER STANDARD, Printausgabe 31.10./1.11.2005)

Von Andrej Ivanji aus Belgrad
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