Erwartungen werden oft enttäuscht

15. November 2005, 19:56
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Europäische Banken unterschätzen Aufwand und Kosten von IT-Outsourcing

Wien - IT-Kosten europäischer Banken machen rund 15 Prozent ihrer operativen Ausgaben aus. Mehr als 40 Prozent davon entfallen auf internes und externes Personal. Acht Prozent des IT-Budgets werden im Schnitt für IT-Outsourcing ausgegeben, geht aus einer Analyse der Boston Consulting Group hervor.

"Am häufigsten werden Desktop Services bzw. Local Support ausgelagert", sagte Dieter Tschach, Chef der Boston Consulting Group in Wien, dem STANDARD. Daneben würden Funktionen der Produktion häufig ausgelagert.

Die erhofften Erwartungen und Einsparungen werden jedoch nicht immer getroffen: "Einige Banken haben den Aufwand unterschätzt, der sich beim Management eines Outsourcing-Partners ergibt", resümierte Tschach. In einigen Fällen der 25 befragten Banken in elf europäischen Ländern habe es Enttäuschungen hinsichtlich der Reaktionszeit des Partners gegeben. Nicht zu vergessen seien die Kosten eines Wechsels.

IT als Wettbewerbsfaktor

Eine moderne IT ist laut Tschach jedoch ein wesentlicher Faktor zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Banken, deren Gesamt-IT-Aufwand über dem Durchschnitt liege, würden meist höhere Erträge erzielen.

Indien war für die befragten Banken das attraktivste Outsourcing-Ziel. Aber auch Zentral- und Osteuropa seien interessant, für westeuropäische Banken sei die geografische Nähe ein Vorteil.

Europameister im Outsourcing seien nach wie vor britische Institute. Tschach: "Die Briten können auf langjährige Erfahrungen vor allem mit Partnern aus Indien aufbauen." Österreichische Institute seien - nicht zuletzt aufgrund von Sicherheitsbedenken der Kunden - sehr vorsichtig. Osteuropa als Partner für heimische Institute spiele aber eine immer stärkere Rolle. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.10.2005)

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