Stichwort: Nicaragua

4. November 2005, 15:20
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Mittelamerikanischer Staat bereits 1998 von Hurrikan Mitch verwüstet

Hamburg - Jahrelang war Nicaragua in Mittelamerika Schauplatz blutiger politischer Auseinandersetzungen. 1979 wurde Diktator Anastasio Somoza, dessen Familie das 120.254 Quadratkilometer große Land 40 Jahre ausgebeutet hatte, von den linksgerichteten Sandinisten gestürzt. Anfang der achtziger Jahre begannen Kämpfe zwischen Regierungstruppen und von den USA unterstützten rechtsgerichteten Contra-Rebellen.

Die Wende kam mit den Wahlen im Jahr 1990, aus denen ein Oppositionsbündnis als Sieger hervorging. Seit 2002 ist Enrique Bolanos Nicaraguas Präsident. Wie seinem Vorgänger Arnoldo Aleman ist ihm an guten Beziehungen zu den USA gelegen.

Aufstände

Rund vier Prozent der etwa fünf Millionen Einwohner Nicaraguas sind Indios. Sie leben überwiegend im östlichen Landesteil. Wiederholt kam es dort zu bewaffneten Aufständen der nach Unabhängigkeit strebenden Bevölkerungsgruppe. Die Mehrheit der Indios, die verschiedenen Ethnien angehören, bekennen sich im Gegensatz zur übrigen meist katholischen und spanischsprachigen Bevölkerung zu evangelischen Konfessionen und sprechen Englisch.

In Karawala an der Mündung des Flusses Rio Grande de Matagalpa, wo der Hurrikan "Beta" das Land erreichte, lebt die einzige Gemeinde der Indios vom Volk der Ulwa mit etwa 3.000 Mitgliedern. Die Ulwa kamen vor Jahrhunderten aus dem Landesinnern und rühmen sich, fünf Sprachen zu beherrschen. Ihre aus Holz und gegen Hochwasser auf Pfählen gebauten Häuser gelten als besonders gefährdet.

Bereits 1998 war Nicaragua von dem verheerenden Hurrikan "Mitch" getroffen worden. Die schweren Verwüstungen, die der Sturm hinterließ, führten zu einer dramatischen Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation. Rund ein Jahr später zerstörten erneut wochenlange Regenfälle rund ein Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Ein großer Teil der vorwiegend Spanisch sprechenden Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die wertvollen Holzbestände des Landes zwischen Pazifischem Ozean im Westen und Karibik im Osten sind durch jahrelangen Raubbau weitgehend erschöpft. Hauptexportgüter der Republik sind Kaffee, Meeresfrüchte und Fleisch. (APA/dpa)

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