Nach gescheiterter Komplettübernahme Teile von AgfaPhoto verkauft

7. November 2005, 13:49
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Für die Mehrheit der Beschäftigten noch keine Lösung gefunden

Leverkusen - Der insolvente Traditionskonzern AgfaPhoto hat nach der gescheiterten Komplettübernahme nun Teilbereiche an Interessenten verkauft. Abschlüsse seien am Wochenende mit der mittelständischen Unternehmensgruppe a&o (Neuss/Potsdam) sowie mit einer Tochter des britischen Fotoautomatenherstellers Photo-Me erzielt worden, berichtete AgfaPhoto-Sprecher Thomas Schulz am Sonntag. Betroffen davon seien die Arbeitsplätze von rund 120 der zum Stichtag 1. November noch knapp 800 Beschäftigten.

Die im bayerischen Peiting ansässige Produktion von Großlaborgeräten mit rund 60 Mitarbeitern werde von der Photo-Me-Tochter Imaging Solutions Group übernommen. Verhandlungen mit dem britischen Unternehmen über eine Komplettübernahme von AgfaPhoto waren vor knapp zwei Wochen überraschend gescheitert. Zu den Bietern für die Großlaborgeräte-Produktion hatte auch der japanische Fotokonzern Fuji gehört.

An die mittelständische a&o-Gruppe geht das hauptsächlich in München ansässige Service- und Ersatzteilgeschäft mit 15 Mitarbeitern sowie der Bereich Fotochemie in Vaihingen/Enz mit 45 Beschäftigten. Das auf IT-Dienstleistungen spezialisierte Unternehmen überlege zudem, weltweit zwischen 60 und 100 Servicemitarbeitern ein Übernahmeangebot vorzulegen. Zuvor müssten jedoch noch Verhandlungen mit den betroffenen Mitarbeitern geführt werden, sagte a&o-Geschäftsführer Michael Müller am Sonntag.

Für die Mehrheit der Beschäftigten sei damit aber noch keine Lösung gefunden worden. Interessenten für die Film- und Fotoproduktion in Leverkusen mit rund 400 Beschäftigten sowie für weitere Unternehmensteile seien derzeit nicht in Sicht, sagte Schulz. Von den zuletzt rund 1.100 Beschäftigten des Unternehmens wechseln zum 1. November 300 Mitarbeiter in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft. (APA/dpa)

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