Bollywood will "Film-Piraterie" verhindern

29. November 2005, 13:25
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Billig-Digitalsysteme sollen der indischen Filmindustrie mehr "Sicherheit" bringen

Die lebhafteste Filmindustrie der Welt, das indische Kino, will die digitale Revolution in Windeseile vorantreiben. Während in Hollywood die Major Studios und Kinobetreiber um die Kosten von 65.000 bis 82.000 Euro pro Kinosaal streiten, setzt die indische Filmindustrie auf Systeme mit niedrigerer Qualität und um ein Drittel des Preises. Bollywood will damit vor allem in abgelegenen Städten profitieren und gegen Film-Piraterie vorgehen, berichtet der Branchendienst Cnet.

"Wenn die gesamte Filmindustrie digitalisiert wird, kann Piraterie gänzlich verhindert werden", meint Senthil Kumar, Mitarbeiter von RealImage Media Technologies, einem indischen Hersteller von digitalen Video- und Projektionsgeräten. Derzeit sind weniger als zwei Prozent der rund 13.000 Kinos in Indien mit digitalen Projektionssystemen ausgestattet, für 2006 ist ein größerer Roll-Out geplant. "E-Cinema", das billige digitale System im Gegensatz zum hochqualitativen "D-Cinema", sei ideal für Bollywood, sagt Kumar. Seit 2001 hat nur jeder zwölfte Bollywood-Film Gewinne gemacht. Das Filmgeschäft in Indien sei riskant, erklärt Kumar, die Produzenten setzen oft auf einen einzigen Blockbuster um zahlreiche Flops zu finanzieren.

Profite

Jährlich werden rund 1.000 Filme in Indien produziert, die digitalen Filmsysteme sollen der Industrie nun zu mehr Profit verhelfen. Während eine Kopie auf Zelluloid umgerechnet rund 1.200 Euro kostet, könne RealImage digitale Kopien um rund 7,50 Euro vermieten. UFO, ein indischer Kino-Ausstatter, will nach eigenen Angaben bis März 2006 rund 500 Kinosäle mit dem billigen digitalen System ausrüsten. Zusätzlich kann durch das digitale System das illegale Mitfilmen in Kinosälen verhindert werden. (pte)

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