Sharon verschiebt Parlamentsvotum über Ministerkandidaten

7. November 2005, 10:57
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Israels Ministerpräsident vor Machtprobe mit dem Parlament - Votum wegen drohender Niederlage um eine Woche verlegt

Jerusalem - Angesichts einer drohenden Niederlage hat Israels Regierungschef Ariel Sharon am Montag kurzfristig eine Abstimmung im Parlament über eine Kabinettsumbildung verschoben. In einer Fraktionssitzung seiner Likud-Partei kurz vor Beginn der Parlamentssitzung sagte Sharon, auf Drängen eines Abgeordneten habe er die Abstimmung um eine Woche verschoben.

Sharons parteiinternen Gegner hatten zuvor angekündigt, gegen Sharons Vorschläge für die Neubesetzung von drei Ministerämtern zu stimmen. Kandidaten sind Ehud Olmert für Finanzen sowie Roni Bar-On für das Handels- und Seev Boim für das Einwanderungsministerium. Die israelischen Presse spekulierte, ob Sharon zurücktreten oder Neuwahlen ausschreiben könnte, sollten seine Kandidaten durchfallen.

Likut zum Teil gegen Sharon

Sharon hatte Teile seiner Partei mit der Räumung des Gazastreifen gegen sich aufgebracht. Die von seinem parteiinternen Rivalen Benjamin Netanyahu angeführten Gegner verübeln Sharon den Abzug, der nach ihrer Ansicht den palästinensischen Extremisten in die Hände gespielt habe und die radikalen Kräfte unter den Palästinensern stärke.

Die Ressorts waren frei geworden, nachdem Netanyahu aus Protest gegen den Abzug als Finanzminister zurückgetreten war und zwei weitere Kabinettskollegen ebenfalls ihre Posten geräumt hatten. Sharon führt eine große Koalition aus Likud und Arbeitspartei. (APA/dpa)

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    Kurz vor Beginn der geplanten Parlamentssitzung sagte Regierungschef Ariel die Versammlung ab.

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