US-Militärs beraten beim "Angriff auf Iran"

11. Dezember 2005, 12:30
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Computerspiele- Hersteller erhält Unterstützung bei der Kreierung des Online-Kriegsszenarios

In einem aktuellen Computerspiel kann der Spieler als US-Soldat in den Iran einmarschieren. Von "echten Kriegsereignissen aus den Nachrichten" die "akkurat rekonstruiert" seien, spricht der Hersteller Kuma, der eng mit dem Militär zusammenarbeitet, laut "Spiegel Online". Bei dem Spiel dringen etwa US-Spezialkräfte in eine unterirdische Fabrik ein, erschießen Wachen und Wissenschaftler, befestigen dann Sprengstoff an Uranzentrifugen und sprengen die Einrichtung in die Luft.

Spekulativ

"Angriff auf Iran" heißt die aktuelle "Mission", die man für Kuma/War herunterladen kann, laut Selbstbeschreibung ein "kostenloses Online-Kriegsspiel, das topaktuelle Technologe nutzt, um echte Kriegsereignisse aus den Nachrichten akkurat zu rekonstruieren." Firmenchef Keith Halper sieht sein Unternehmen in einer Reihe mit "Sendern wie dem History Channel und Discovery", weil man "Schlagzeilen spekulativ lebendig werden" lasse. Er lobt sein Produkt dafür, dass es dem Spieler ermögliche, "die Nachrichten zu erleben - und vielleicht auch die Nachrichten, die erst noch kommen".

Isolierung

Die iranische Regierung liegt derzeit mit dem Westen im Streit über ihr Atomprogramm und unternimmt sonst noch einiges, um sich international zu isolieren. Präsident Mahmoud Ahmadinejad forderte gar, Israel "von der Weltkarte zu tilgen". Die USA vermieden jedoch im Streit mit dem Iran zuletzt jedes Säbelrasseln. US-Außenamtssprecher Sean McCormack erklärte lediglich, er wolle den Iran nur "ermuntern, sich in verantwortlicher Weise als Mitglied der internationalen Gemeinschaft zu verhalten".

Beziehungen

Das ist kein Grund, für Kuma-Chef Halper, auf die virtuelle Mobilmachung zu verzichten. Kuma hat zudem beste Beziehungen zum US-Militär. Ehemalige Offiziere arbeiten dort als "Berater", auf der Webseite zum Spiel werden die "Missionen" - etwa die Jagd auf Saddams Söhne oder der Einmarsch in Falluja, aber auch "Angriff auf Iran" - mit militärischen Satellitenbildern möglichst realitätsnah illustriert. Die Szenarien selbst basieren auf Informationen, die das Militär freigegeben hat. Das Unternehmen wirbt mit präziser Wiedergabe von Waffensystemen, Truppenteilen und Kommandostrukturen. "Angriff auf Iran" sei ein Szenario das "unsere Experten für extrem plausibel halten", heißt es auf der Unternehmensseite. (APA)

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