Emirate: Saddam Hussein hatte 2003 ein Exilangebot angenommen

2. November 2005, 15:23
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Angebot kam aber bei Gipfeltreffen nicht mehr zur Sprache

Dubai - Der ehemalige irakische Staatschef Saddam Hussein hat nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wenige Wochen vor dem Einmarsch der US-geführten Koalition im Frühjahr 2003 heimlich ein Exilangebot angenommen. "Wir haben die endgültige Zustimmung der verschiedenen Parteien bekommen, der wichtigsten Akteure weltweit und der betroffenen Person, Saddam Hussein", sagte der Kronprinz von Abu Dhabi, Scheich Mohammed bin Zayed bin Sultan al-Nahayan am Samstag in einer Sondersendung des arabischen Fernsehsenders Al-Arabiya. Sein inzwischen gestorbener Vater habe dem irakischen Machthaber angeboten, abzudanken und ins Exil in die Emirate zu gehen, um den drohenden US-Einmarsch zu verhindern.

Zum arabischen Gipfeltreffen am 1. März 2003 im ägyptischen Sharm el-Sheikh seien die Vertreter der Emirate angereist, "um Fakten auf den Tisch zu legen", sagte Scheich Mohammed dem in Dubai ansässigen Sender. "Wir wären zu Ergebnissen gekommen, wenn es (das Angebot) vorgelegt und besprochen worden wäre. Aber das ist jetzt Geschichte." Der ehemalige irakische Außenminister Naji Sabri hatte den Vorstoß der Emirate als "dumme Idee" abgetan. Saddam Hussein sagte seinerzeit, er wolle lieber sterben als den Irak zu verlassen.

Den Angaben zufolge hatten die Emirate die irakische Führung aufgerufen, binnen zwei Wochen die Macht abzugeben und den Irak zu verlassen, dabei aber "alle angemessenen Privilegien" zu bekommen. Der Regierung in Bagdad seien dabei "bindende Rechtsgarantien auf Landes- und internationaler Ebene" zugesagt worden, "um sicherzustellen, dass nicht gegen sie vorgegangen wird". (APA)

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