Tsunamis: Warnen wie die Delfine

7. November 2005, 13:09
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Forscher haben komplexe Ultraschall-Kommunikation nach Vorbild der Meeressäuger in technisches System umgesetzt

Berlin - Nach dem Vorbild von Delfinen wollen Forscher künftig mit drahtloser Übertragungstechnik vor Tsunamis oder Seebeben warnen. Einem Team um den ukrainischen Forscher Konstantin Kebkal an der Technischen Universität (TU) Berlin ist es gelungen, die von den Meeressäugern genutzte komplexe Ultraschall-Kommunikation in technische Systeme umzusetzen. So werde es auch möglich, große Datenmengen wie etwa Videosequenzen kabellos aus der Meerestiefe zu übertragen, berichtet das Forschungsblatt "TU intern".

"Aus Beobachtungen am Schwarzen Meer wissen wir, dass die Delfine in der Lage sind, ihre Informationen im Ultraschallbereich komplex zu modulieren", erläuterte Kebkal. "Sie können erkennen, ob sie ein Signal direkt oder über Umwege erreicht, etwa durch Reflexion an Klippen." Auf dieser Basis entwickelten die Berliner Forscher ein Übertragungsmodem, mit dem sich elektronische Daten bis zu zwei Kilometer weit im Meer verbreiten lassen. Ein weiteres Modem, das Distanzen bis zu acht Kilometer überbrückt, wird derzeit entwickelt.

Damit wären auch große Teile der Tiefseegräben direkt erreichbar, wo Verschiebungen und Vulkanausbrüche Tsunamis auslösen können. "Will man in den instabilen Zonen ein effektives Frühwarnsystem installieren, ist es nicht damit getan, Messsonden in den Meeresboden zu versenken", sagt Kebkal. Entscheidend sei es, die Daten schnell und zuverlässig nach oben zu den Informationszentralen zu leiten. (APA/dpa)

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