USA: Gemischte Gefühle

4. November 2005, 15:25
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Ein Kommentar von Alexander Sikora-Sickl aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die US-Aktien schlossen die abgelaufene Handelswoche mit einem leichten Kursplus. Für die Seitwärtsbewegung der Aktienkurse waren mehrere Faktoren verantwortlich. Während sich fallende Ölpreise und die Nominierung Bernankes als Nachfolger von US-Notenbankchef Greenspan positiv auf die Kurse auswirkten, belasteten die gemischten Unternehmensmeldungen und Geschäftsaussichten namhafter US-Konzerne sowie eine Reihe schwacher Konjunkturdaten die Märkte. Insgesamt haben bisher 66% der im S&P500 gelisteten Unternehmen ihre Zahlen zum 3. Quartal veröffentlicht. Die Gewinne sind dabei gegenüber der Vorjahresperiode im Durchschnitt um 14,7% gestiegen, was leicht über den in den vergangenen vier Wochen abgeschwächten Erwartungen liegt. Insgesamt konnten 66% der Unternehmen die Gewinnerwartungen übertreffen, 21% blieben unter den Prognosen. Gute Nachrichten kamen diese Woche auf Unternehmensseite von den Pharmakonzernen Merck und Schering Plough, die deutlich verbesserte Quartalsergebnisse vorlegten. Weiters meldete der US-Reifenhersteller Goodyear mit einem Rekordumsatz Zahlen über Markterwartungen. Der US-Chemiekonzern Dow Chemical profitierte im abgelaufenen Quartal von höheren Verkaufspreisen und verbuchte einen Gewinnanstieg.

Zu den Verlierern gehörte der US-Luftfahrtzulieferer Goodrich, der für das kommende Jahr deutlich höhere Kosten erwartet. Auch die rückläufige Umsatzentwicklung des Flug- und Raumfahrtskonzerns Boeing im abgelaufenen Quartal setzte den Markt unter Druck. Nervös reagierten Anleger auf die Meldung, dass die Börsenaufsicht die Bilanzierungspraktiken des weltgrößten Automobilherstellers General Motors prüfen möchte. Papiere von Amazon brachen um 12% ein, nachdem das Internetkaufhaus neben negativem Umsatzausblick einen Gewinnrückgang im Q3 meldete. Die Technologiebörse Nasdaq präsentierte sich schwächer. Mit Enttäuschung nahm der Markt den Ausblick des Chipherstellers Texas Instruments und Altera sowie des Druckerproduzenten Lexmark auf.

Auf volkswirtschaftlicher Seite reflektierte ein überraschend schwaches USKonsumentenvertrauen im Oktober die Unsicherheit der US-Verbraucher. Zudem wirkte sich ein stärkerer Rückgang beim Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter negativ auf die Märkte aus. In der kommenden Woche stehen abermals Zahlen der US-Großunternehmen - unter anderem Energiekonzerne - zur Veröffentlichung an. Weiters stehen noch die FED-Zinsentscheidung und die Bekanntgabe des ISMProduktionsindex an.

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