Airbus A380 besteht Flughafentest

7. November 2005, 14:48
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Größtes Passagierflugzeug der Welt für 24 Stunden in Frankfurt - Am Sonntagvormittag Rückflug nach Toulouse

Frankfurt/Main - Das größte Passagierflugzeug der Welt, der Airbus A380, hat seinen ersten Flughafentest bestanden. Während eines 24-stündigen Arbeitsaufenthalts auf dem Frankfurter Flughafen wurden nach Angaben des Herstellers am Samstag erfolgreich das Betanken, Be- und Entladen sowie die Abfertigung des Superjumbos geprobt. Am Sonntagvormittag startete der A380 wieder, drehte eine Ehrenrunde über Frankfurt am Main und steuerte heimwärts nach Toulouse.

Als der A380 am Samstagvormittag im Nebel aufsetzte, war er von den rund zehntausend enttäuschten Schaulustigen kaum zu sehen. Nach der weichen Landung rollte die Maschine zum Terminal 2, wo sie in Alltagssituationen getestet wurde. Airbus und die Flughafengesellschaft Fraport teilten mit, die Abfertigungsversuche seien glatt und ohne Probleme gelaufen. Fraport-Chef Wilhelm Bender erklärte: "Alles lief auf dem Vorfeld im Einzelnen so ab, wie es zu erwarten war."

Triebwerksproblem

Wegen eines Triebwerksproblems hatte Airbus allerdings ein anderes Testflugzeug von Toulouse nach Frankfurt geschickt. Ursprünglich sollte der A380 mit der Seriennummer 1 den eineinhalbstündigen Flug absolvieren. Nach Angaben von Airbus-Chef Gustav Humbert wurden in einem Triebwerk aber erhöhte Temperaturen gemessen, weshalb es ausgetauscht wurde. Dafür kam eine Ersatzmaschine nach Frankfurt. Dies sei aber normal für ein neues Flugzeug, sagte Humbert: "Wir sind sehr zufrieden mit den Flugtestergebnissen und liegen gut im Zeitplan."

Geprobt wurden in Frankfurt unter anderem das Anlegen der Fahrgastbrücke auch am Oberdeck des Airbus, die gastronomische Versorgung der Passagiere im Oberdeck mit einem speziellen Hubwagen und das Enteisen des Flugzeugs. Alles habe "super geklappt", sagte der Airbus-Flugversuchsingenieur Manfred Birnfeld der AP. Insgesamt seien rund 150 Menschen mit dem Abfertigungstest beschäftigt gewesen. Das gleichzeitige Andocken der Fahrgastbrücken und Betankungswagen erforderte eine zentimetergenaue Abstimmung.

Startgewicht von 560 Tonnen

Bisher war die als Jumbo-Jet bekannte Boeing 747 das größte Passagierflugzeug der Welt. Jetzt übernimmt der A380 diese Position. Er hat ein maximales Startgewicht von 560 Tonnen und kann mit bis zu 853 Sitzen ausgestattet werden. In der Dreiklassenkonfiguration, die auch die Lufthansa anschaffen will, sind Plätze für 555 Passagiere die Regel. Singapore Airlines soll Ende 2006 die ersten beiden Maschinen erhalten. Die Lufthansa hat 15 Exemplare bestellt. Pro Flugzeug würden 400 Arbeitsplätze entstehen, erklärte die Fluggesellschaft.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch sagte am Samstag, der A380 sichere auch die Existenz des Frankfurter Flughafens. "Sehr, sehr viele leben davon, dass dieser Flughafen im internationalen Wettbewerb immer an der Spitze steht", betonte der CDU-Politiker. Wegen des Flugzeuges entstünden viele neue Arbeitsplätze. Fraport-Chef Bender sagte, die neue Maschine sei ein Glücksfall für den Flughafen, weil es bereits Kapazitätsprobleme gebe.

Kritik an dem Riesenflugzeug übte die Umweltschutzorganisation Robin Wood. Drei Aktivisten kletterten zur Landung auf das Dach des Terminals 2 und entfalteten ein Transparent mit den Worten "Fliegen killt Klima. Stoppt Ausbau". (APA/AP)

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    Kurz vor neun Uhr durchstieß der Super-Airbus A380 die Nebeldecke über dem Frankfurter Flughafen zur ersten Landung auf einem internationalen Verkehrsflughafen.

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