Guinea-Bissau: Präsident setzt Regierung ab

7. November 2005, 17:04
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Premier Carlos Gomes Junior soll Streit mit Staatsoberhaupt Joao Bernardo Nino Vieira geschürt haben

SLissabon - In Guinea-Bissau hat Staatspräsident Joao Bernardo Nino Vieira die Regierung abgesetzt und damit neue Spannungen in dem westafrikanischen Land ausgelöst. Er begründete die Absetzung nach Angaben der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa am Samstag damit, dass Ministerpräsident Carlos Gomes Junior Streit mit dem Staatsoberhaupt geschürt habe. Dies habe die Arbeit der Staatsorgane unmöglich gemacht.

Der Ex-Putschist Vieira hatte die portugiesische Ex-Kolonie in den 80er und 90er Jahren regiert. 1999 ging er ins Exil, nachdem er selbst durch einen Staatsstreich gestürzt worden war. Im vorigen Sommer gewann er als unabhängiger Kandidat die Präsidentenwahl gegen den Bewerber der Regierungspartei PAIGC, Malam Bacai Sanha.

Das Land hatte in den vergangenen Jahren nach einer Serie von Putschen und Militäraufständen am Rande eines Bürgerkriegs gestanden. Die Präsidentenwahl war die letzte Etappe zur Wiedereinführung eines demokratischen Systems in Guinea-Bissau. (APA/dpa)

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