Hochspannung nach Mord an jungen Christinnen

7. November 2005, 16:55
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Religionsvertreter warnen vor Eskalation der Gewalt zwischen Moslems und Christen

Jakarta - Nach der Enthauptung von drei christlichen Schülerinnen auf der indonesischen Insel Celebes haben führende Religionsvertreter vor einer Eskalation der Gewalt zwischen Moslems und Christen gewarnt. In Indonesien herrsche Hochspannung, berichtete die Kathpress am Dienstag. Racheakte müssten unter allen Umständen verhindert werden, sagte der Vorsitzende des Indonesischen Kirchenrates (PGI), Andreas Yewangoe, der "Jakarta Post".

Der Chef der größten indonesischen islamischen Organisation "Muhammadiyah", Din Syamsuddin, verurteilte die Morde scharf und bezeichnete die Täter als Atheisten. Vermutlich wollten sie die Region politisch destabilisieren.

Gewalt trotz Friedensschluss

Yewangoe äußerte zugleich die Befürchtung, es könne wieder zu Gewalttaten wie während der religiös motivierten Kämpfe im Jahr 2000 kommen. Trotz des offiziellen Friedensschlusses kommt es immer wieder zu Gewalttaten.

Nach Polizeiangaben waren die drei Mädchen im Alter von 15, 16 und 19 Jahren auf dem Weg zur Schule von maskierten Männern überfallen und enthauptet worden. Eine junge Frau konnte schwer verletzt entkommen, schwebt aber nach lokalen Presseberichten weiterhin in Lebensgefahr. Ein Polizeisprecher sagte, es gebe noch keine heiße Spur bei der Suche nach den Tätern. (APA)

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