Kontrolle bei Pestiziden ein "Desaster"

2. November 2005, 08:18
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Illegale Pestizide plötzlich spurlos verschwunden: Die "Pestizidmafia"

Salzburg - "In Österreich werden derzeit 53 Tonnen Pflanzengift gesucht." Was Johann Maier, SPÖ-Konsumentenschutzsprecher, erzählt, hat das Zeug zum Krimi: Im Juli dieses Jahres seien im oststeirischen Weiz vom Bundesamt für Ernährungssicherheit nach einem Tipp 53 Tonnen illegale Pestizide beschlagnahmt worden. Kurze Zeit darauf "war das Siegel aufgebrochen" und das Gift "einfach verschwunden". Maier: "Da hat die Pestizidmafia zugeschlagen." Er vermutet, dass es unter den heimischen Bauern einen schwunghaften Handel mit unerlaubten Pflanzenschutzmitteln gibt. Er ist sicher, dass das Gift auf den Feldern ausgebracht werde.

"Kontrolldesaster"

Derzeit würden nur formale Kriterien wie fachgerechte Lagerung oder Verwendung von Schutzbekleidung überprüft, nicht aber was tatsächlich aufs Feld gespritzt werde. Konsumentenschützer Maier spricht von einem "Kontrolldesaster". Gesetzlich verantwortlich seien die Agrarlandesräte.

Aber auch die Ages würde Produkte nur auf 67 der 100 häufigsten Pestizide untersuchen. 33 Pflanzenschutzmittel seien "überhaupt nicht berücksichtigt", meint er.

Bundesamt wie Ages weisen die Anschuldigungen zurück: So wären bei den Kontrollen insgesamt 78 Tonnen Pflanzenschutzmittel vorläufig beschlagnahmt und bisher rund 650 Anzeigen bei den Bezirksverwaltungsbehörden gemacht worden. (neu, DER STANDARD Printausgabe, 29./30.10.2005)

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