Leben mit zwei Euro täglich

4. November 2005, 15:11
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Caritas sammelt Spenden gegen die Armut im reichen Österreich

Wien – Im gesamtwirtschaftlich betrachtet reichen Österreich sei Armutsvorsorge „keine Frage des Könnens, sondern eine des Wollens“, betont der Wiener Caritasdirektor, Michael Landau. Doch mangels konkreter Maßnahmen wie gezielter Kinderarmutsbekämpfung, Schaffung eines erweiterten Arbeitsmarkts oder ernsthafter Erwägung eines Grundeinkommens gerieten soziale Themen „vielfach in den toten Winkel politischer Aufmerksamkeit“.

Große Herausforderungen

Eine Ecke, aus der sie die diesjährige Caritas-Novemberkampagne „Schicksal Armut?“ befreien will. Im vergangenen Jahr hatte die Spendenaktion für Arme 1,8 Millionen Euro eingebracht, doch die Herausforderungen seien inzwischen größer geworden, sagte Caritaspräsident Franz Küberl bei der Vorstellung der Kampagne am Freitag.

Konkret lebten in Österreich derzeit 460.000 Menschen (mehrheitlich Frauen) von weniger als 785 Euro pro Monat – vor zwei Jahren waren es noch 300.000. Über eine Million Menschen sei von Armut bedroht – und die Schere zwischen Arm und Reich werde weiter. Die Kinder dieser Armen stünden in größerer Gefahr, später ebenfalls zu verarmen als Gleichaltrige aus wohlhabenderen Familien.

„In den Caritas-Sozialberatungsstellen bleibt rund einem Drittel der Klienten nach Abzug aller Fixkosten weniger als zwei Euro pro Tag“, ergänzte Landau. Um den „Sozialstaat armutsfest zu machen“, müssten deshalb die Regeln für den Sozialhilfebezug bundesweit vereinheitlicht werden – mittels eines Sozialhilfe- Rahmengesetzes. (bri, DER STANDARD Printausgabe, 29./30.10.2005)

Spendenkonto

P.S.K. 7.700.004,
BLZ 60.000
Kennwort „Inlandshilfe“
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