Geschenke ziehen immer noch

2. November 2005, 13:27
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Die Tradition des Weltspartags flaut da und dort ab. Die kleinen Präsente der Banken werden trotzdem gerne genommen

Wien – Der Sparefroh hat auch heuer wieder Saison: In der Wiener Zentrale der Erste Bank geht die "Sparefroh-Manie" am Weltspartag so weit, dass sich Jung und Alt in einer Kulisse des traditionellen Spar-Männleins sogar auf Sofort-Digitalfotos verewigen lassen können. Wohlwollend von Erste-Vorstand Andreas Treichl und der künftigen Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt, Ursula Stenzel, beobachtet, die so Direktkontakt zu ihrer Basis aufnehmen will.

Die Kundschaft ist hingegen noch bis zum späten Vormittag relativ dünn gesät. Hauptsächlich kommen ältere Semester, die oft für ihre Enkel den Gabentisch sondieren. Bei der Erste Bank steht für diese vor allem die Märchen-CD hoch im Kurs, für die auch die vierjährige Jana ihre Euro zur Bank trägt. Der neunjährige Laurenz wiederum trägt sein Erspartes für das Computerspiel TrackMania mit Begeisterung zum BA-CA-Schalter. Dort greifen Kleinsparer auch gerne zu duftenden Leuchtstiften und tierischen Schlüsselanhängern.

Erinnerung

"Der Weltspartag ist für mich eine Erinnerung, mal wieder etwas Geld zur Seite zu legen", erzählt ein älterer Sparer dem STANDARD. Dabei darf man sich mancherorts fast wie im Kaffeehaus fühlen. Für viele ist dieser Tag nämlich auch ein guter Grund, Kontakt mit ihren Bankbetreuern aufzunehmen und gratis Kaffee und Kuchen zu verkosten.

Rund 1,6 Mio. Österreicher wollten laut einer Umfrage der BA-CA am Weltspartag "sicher zur Bank gehen" oder hatten es "zumindest vor". Das Hauptmotiv: Kinder bzw. Enkel begleiten, gefolgt von den Spargeschenken. An Tradition büßt der Weltspartag trotzdem ein: Waren es 2004 noch 24 Prozent, die an diesem Tag ihr Geld anlegten, sind es heuer gerade einmal 17 Prozent. Dass Kinder mit ihrem Sparschwein kommen, sei recht selten geworden, schildert Monika Langeder, BA-CA Filialleiterin. 750.000 Geschenke hält die BA-CA für ihre Sparer bereit. Wie viel sich die Bank den Spartag kosten lässt, hält man bedeckt.

Einlagen von 80 Millionen Euro

Hingegen wurden Einlagen in Höhe von 80 Mio. Euro erwartet, was zehnmal so viel wie an normalen Tagen ist. Den Weltspartag gibt es seit dem 27. Oktober 1924, seit dem ersten internationalen Sparkassenkongress in Mailand. Ein Jahr später, am 31. Oktober 1925, wurde er auch in Österreich erstmals begangen. (Bettina Pfluger, Monika Bachofer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29./30.10.2005)

  • Hauptsächlich kommen ältere Semester, die oft für ihre Enkel den Gabentisch sondieren.
    foto: standard/christian fischer

    Hauptsächlich kommen ältere Semester, die oft für ihre Enkel den Gabentisch sondieren.

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