Bammer nach toller Leistung out

21. Oktober 2006, 12:28
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Oberösterreicherin führte gegen Petrowa im dritten Satz mit 3:1, musste sich der Weltranglisten-Zehnten aber geschlagen geben

Linz - Sybille Bammer muss auf ihr erstes Halbfinale auf der WTA-Tour noch warten: Die 25-jährige Oberösterreicherin hatte es am Freitag aber durchaus in der Hand, ihr erstes Duell mit einer Top-Ten-Spielerin zu gewinnen. Trotz einer 3:1-Führung im dritten Satz musste sich Bammer im Viertelfinale des mit 585.000 Dollar dotierten Generali Ladies der Weltranglisten-Zehnten Nadja Petrowa (RUS) nach 2:05 Stunden mit 2:6,6:3,3:6 beugen.

Die Linzer müssen damit weiterhin auf die erste rot-weiß-rote Halbfinalistin seit Judith Wiesner (1997) warten. "Es überwiegt schon die Enttäuschung, denn ich hatte die Chance, eine Top-Ten-Spielerin zu schlagen", sagte Bammer. "Jetzt habe ich vier Mal gegen eine Top-20-Spielerin gespielt und vier Mal knapp in drei Sätzen verloren. Und das war nicht aus spielerischen Gründen, sondern wegen der Nerven und der Taktik", war Mama Bammer selbstkritisch.

Österreichs Nummer eins, die sich am Montag vom derzeit 93. Platz in die Top 80 verbessern wird, begann sehr stark und lag nach einem Break rasch mit 2:0 voran. Doch dann machte sie im ersten Satz kein Game mehr. Eine Bauchmuskelzerrung, die die Ottensheimerin schon seit Montag immer wieder plagt, zwang sie zuvor bei 2:5 zu einer medizinischen Auszeit.

"Schade, dass ich nicht ganz fit war. In gewissen Situationen habe ich mich mehr auf meine Verletzung als auf das Spiel konzentriert", sagte Bammer, die schon seit einigen Tagen auch Schmerztabletten genommen hat. "Am Mittwoch war ich froh, dass ich einen spielfreien Tag hatte. Da habe ich nicht einmal aufschlagen können."

Auch im zweiten Satz startete Bammer neuerlich mit einer 2:0-Führung, doch erst im 7. Game bei 3:3 gelang das vorentscheidende Break. Mit einem weiteren zum 6:3 sicherte sie sich überraschend den zweiten Durchgang. Im dritten steuerte Bammer gar auf den Sieg zu, schaffte das Break zum 3:1, machte dann aber - ähnlich wie in Satz eins - kein Game mehr. Petrowa ist nach diesem ihrem 50. Saisonsieg der Teilnahme an den WTA-Championships in Los Angeles wieder näher gerückt.

"Ich habe gesehen, dass ich bei Top-Spielerinnen voll dabei bin. Das Tempo hat mir nichts gemacht. Nur Nadja kann ihr Spiel wohl drei, vier Stunden so durchspielen, daran muss ich noch arbeiten." Noch nicht sicher ist, ob Bammer wegen der Verletzung kommende Woche in Quebec City antreten wird. Jedenfalls möchte sie danach zwei Challenger in den USA (Pittsburgh und Tucson) spielen. "Bis Ende des Jahres möchte ich noch die Top 70 erreichen, das ist realistisch."

In Sachen Fed Cup zeigte sie sich in den vergangenen Tagen gesprächsbereiter als noch zu Turnierbeginn. Bammer zeigte sich aber enttäuscht, dass Kapitän Alfred Tesar sie nur ein Mal seit jenem Fed Cup, als es zur verfrühten Abreise der Oberösterreicherin gekommen war, angerufen hat. "Wenn er mich hätte erreichen wollen, hätte er es tun können. Ich habe mein Handy immer aufgedreht." (APA)

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