Deutsche Telekom muss Preis für Internet-Nutzung senken

6. November 2005, 17:19
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Die Telekom leitet den Internet-Verkehr von anderen Anbietern durch ihre Netze

Die Konkurrenten der Deutschen Telekom müssen künftig weniger zahlen, wenn sie deren schnelle Online-DSL-Anschlüsse für ihre eigenen Internet-Plattformen nutzen.

Die deutsche Bundesnetzagentur teilte am Freitag mit, der Preis für die Nutzung von T-DSL-ZISP-Basic-Anschlüssen der Telekom werde auf 49 Cent je 10 Kilobit pro Sekunde gesenkt. Bisher hatte die Telekom für die Netznutzung und die Übertragung von Daten an die Internet-Plattformen der Konkurrenz 52 Cent in Rechnung stellen dürfen. Erstmals fällig werden nun aber Gebühren für die Bereitstellung und Kündigung der Anschlüsse, die der Regulierer mit 747,35 Euro und 265,26 Euro festsetzte. Die Telekom haben entsprechende Kostennachweise erbracht. Die Preise seien bis zum 30. November 2007 gültig.

Die Entscheidung gebe Impulse für einen fairen Wettbewerb. "Der Markt für breitbandige Internetzugangsleistungen zeichnet sich weiterhin durch hohe Wachstumsraten aus", erläuterte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. "Breitbandige Anwendungen mit erhöhten Kapazitätsanforderungen treten zunehmend in den Vordergrund."

Die Telekom leitet den Internet-Verkehr von anderen Anbietern durch ihre Netze und sorgt damit für die Verbindung zwischen Endkunden und der technischen Plattform der Anbieter. "Da die Deutsche Telekom AG nach wie vor keinen Bitstromzugang auf IP-Basis anbietet, fungiert das Produkt T-DSL-ZISP quasi als Ersatzlösung zu angemessenen Preisen", erläuterte Kurth, die Entscheidung. Anders als beim Bitstrom-Zugang erhält der Konkurrent dabei keinen direkten Zugang zum Endkunden, sondern bleibt abhängig vom Breitbandangebot der Telekom, was Übertragungsgeschwindigkeiten oder Produkte angeht.

Dennoch fordern die Konkurrenten der Telekom schon länger, ihnen den Bitstrom-Zugang zu ermöglichen. Kurth hatte der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, die Bundesnetzagentur habe die von der EU geforderte Marktanalyse für den Bitstrom-Zugang abgeschlossen und eine marktbeherrschende Stellung der Telekom festgestellt. "Wenn die EU diese Marktanalyse akzeptiert, können wir auf Basis dieser Entscheidung eine Regulierungsverfügung erlassen", hatte er erläutert. (APA/Reuters)

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