Vom "Dorf-Klub" zum Bundesligisten

2. November 2005, 09:15
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Georg Zellhofer etablierte Pasching innerhalb eines Jahrzehnts in der höchsten Spielklasse - Gestartet wurde in der zweiten Landesliga

Pasching - Nach fast einem Jahrzehnt Höhenflug mit dem einstigen "Dorf-Klub" Pasching wird Georg Zellhofer ab 1. Jänner 2006 Trainer von Rapid Wien, dem populärsten und erfolgreichsten Klub Österreichs. Zellhofers Erfolgsstory in Pasching sucht ihresgleichen. Kurios, dass sie Mitte August 1996 mit einer Niederlage begann: In Runde eins der 2. oberösterreichischen Landesliga Ost setzte es damals zu Hause ein 2:3 gegen Westbahn Linz.

Durchmarsch in die Regionalliga

Von da an ging es mit dem Verein der 6.000-Einwohner-Gemeinde mit Rathaus und dem zweifachen Familienvater (Tochter Alina, Sohn Alexander) aber steil bergauf. Es folgten auf Anhieb die Meistertitel in der 2. und 1. Landesliga, damit war der Sprung in die Regionalliga Mitte geschafft. Dort gab es nach zwei Vize-Titeln in der dritten Regionalliga-Saison (2000/2001) Platz eins, erfolgreiche Aufstiegsspiele gegen Kottingbrunn und das Ticket in den Profifußball. In dieser Saison machte Pasching auch als Riesentöter im Cup auf sich aufmerksam, nach Sensationen gegen Sturm Graz und FC Tirol war erst im Halbfinale gegen den GAK knapp mit 0:1 Endstation.

In der zweithöchsten Spielklasse hielt sich Zellhofer mit Pasching nicht länger als nötig auf, nach einem zwischenzeitlichen Zehnpunkte-Rückstand auf Bleiberg wurde man im ersten Versuch Meister und stand damit 2002 - sechs Saisonen nach Zellhofers Amtsantritt - unter den Top-10 des Landes. Das Ziel "Klassenerhalt" löste sich rasch in Luft auf, als "Team der Stunde" war man kurzfristig sogar Tabellenführer und auf dem Weg Richtung Champions-League, am Ende der Premierensaison stand sensationell Platz fünf und die UI-Cup-Teilnahme zu Buche.

Überraschungen im UI-Cup

Im UI-Cup folgte der nächste Erfolsgrun (Halbfinal-Sieg gegen Werder Bremen, Final-Niederlage gegen Schalke 04), im Laufe dessen sich Zellhofer jedoch im Juli 2003 bis auf weiters aus Pasching zurück zog. Knieprobleme wurden als offizielle Begründung angegeben. Heinz Hochhauser, mittlerweile Coach von Ried, übernahm intermistisch, ehe Zellhofer dann mit Jahresbeginn 2004 das Ruder wieder übernahm. Es folgten die Bundesliga-Endränge drei und vier und damit jeweils die UEFA-Cup-Quali.

Und auch in der laufenden Saison mischt der "Dorf-Klub" wieder vorne mit, nach 16 Runden liegt man mit einem Punkt Rückstand auf Salzburg auf Rang zwei. Dass der 45-Jährige, der zwischendurch auch immer wieder als Kandidat bei der Austria gehandelt wurde, "seinen" Verein so übergeben wird, wie er ihn übernommen hat, kann man in diesem Fall also nicht sagen.

Als aktiver Fußballer war Zellhofer von 1977 bis 1992 für Vorwärts Steyr, VÖEST Linz, Sturm Graz und den LASK engagiert und in 196 Partien im Oberhaus im Einsatz. (APA)

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