EdF begibt sich auf Investorensuche für Börsengang

7. November 2005, 13:26
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Der französische Stromriese unternimmt im Erfolgsfall den weltweit größter Börsegang seit vier Jahren

Paris - Der französische Stromriese Electricite de France (EdF) hat sich am Freitag auf die Suche nach Investoren für seinen geplanten Börsengang begeben. Insgesamt sollen Anleger während der bis zum 17. November angesetzten Vermarktung sieben Mrd. Euro zusagen, womit der EdF-Börsengang im Erfolgsfall weltweit der größte seit vier Jahren wäre.

Doch legt sich über den lange erwarteten Gang aufs Parkett der Schatten zuletzt schwächelnder Finanzmärkte. Frankreichs Regierung hat die Preisspanne mit 28,50 Euro bis 33,10 Euro für Privatinvestoren und mit 29,50 Euro bis 34,10 Euro für Institutionelle festgelegt. Investoren haben diese Spanne in Frage gestellt und halten einen in Richtung 29 Euro gehenden Preis eher für angemessen.

Frankreich will den weltweit größten Betreiber von Atomkraftwerken gegen den Widerstand der Gewerkschaften teilprivatisieren. Maximal 15 Prozent der Unternehmensanteile sollen bei dem Börsengang verkauft werden. Das Finanzministerium in Paris hofft, bis zu 206,6 Mio. neuer EdF-Aktien absetzen zu können. Damit gäbe es insgesamt 1,832 Mrd. Anteilsscheine des Unternehmens. Bei einer Zuteilung am oberen Ende der Preisspanne würde das Unternehmen mit rund 62,5 Mrd. Euro bewertet.

Möglicherweise teuerster börsenotierter Energieversorger

Sollten die betreuenden Banken zudem ihre Mehrzuteilungsoption von 30,99 Mio. Aktien ausüben, könnte der Wert von EdF bis auf 63,5 Mrd. Euro steigen. Damit würde EdF zu dem nach Marktwert teuersten börsenotierten Energieversorger Europas. Bisher nimmt diesen Rang der deutsche Konkurrent E.ON ein.

Die vorgegebene Preisspanne sei zu hoch, sagte Jacques-Antoine Bretteil von International Capital Gestion. "Ich frage mich, ob sie diese nächste Woche nicht ändern müssen." Eine geringfügige Senkung hielt er im derzeitigen Börsenklima für wahrscheinlich. Nach Angaben des Finanzministeriums können Privatanleger die Aktie um einen Euro günstiger erwerben als institutionelle Investoren. Finanzminister Thierry Breton hat das Börsendebüt für den 21. November angekündigt.

Die EdF ist in Österreich mit einer Sperrminorität an der steirischen EStAG beteiligt und in Deutschland Großaktionär beim Stromkonzern EnBW, der nach eigenen Angaben knapp 30 Prozent an der niederösterreichischen EVN hält. (APA/Reuters)

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    Die EdF ist in Österreich mit einer Sperrminorität an der steirischen EStAG beteiligt und in Deutschland Großaktionär beim Stromkonzern EnBW, der knapp 30 Prozent an der niederösterreichischen EVN hält.

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