Schlingensief mit Filmpreis der Stadt Hof ausgezeichnet

3. November 2005, 15:19
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Hof/Saale - Der Regisseur Christoph Schlingensief (45) ist am Donnerstag mit dem Filmpreis der Stadt Hof ausgezeichnet worden. Der Ehrenpreis wird seit 1986 jeweils bei den Internationalen Hofer Filmtagen verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Sönke Wortmann, Wim Wenders, Werner Herzog und Doris Dörrie. Schlingensief zeigte sich "überrascht und hocherfreut" über die Auszeichnung. "Hof war für mich, wie für viele unabhängige Autorenfilmer, das erste wichtige Forum", sagte er der dpa.

In der fränkischen Stadt hatte Schlingensief vor 21 Jahren seinen ersten Langfilm "Tunguska" vorgestellt. Bislang hat er - neben zahlreichen Theaterinszenierungen - rund 20 Filmproduktionen fertig gestellt. Seine Deutschlandtrilogie "100 Jahre Adolf Hitler", "Die letzte Stunde im Führerbunker" und "Das deutsche Kettensägenmassaker" löste heftige Kontroversen aus. Erst in dieser Woche hat Schlingensief in Namibia die Dreharbeiten für sein neues Filmprojekt "African Twin Towers" beendet. In dem Film wirken sowohl Township- Bewohner als auch die amerikanische Rock Poetin Patti Smith und Schauspieler wie Irm Hermann und Robert Stadlober mit.

Der Kultur-Provokateur gehöre zu denen, die in der Kulturpolitik immer "ihren Senf beitragen dürfen", sagte Laudator Peter W. Jansen, früheres Redaktionsmitglied des ZDF-Kulturmagazins "aspekte". "Mir gefällt der Schlingensief, der eine richtig große Wut hat auf alles, was nach Feierlichkeit aussieht und nach Heuchelei riecht". Schlingensief sei einer, der immer Außenseiter bleiben werde. In der Kulturszene pflegt Schlingensief das Image des Provokateurs. Seine Neuinszenierung des "Parsifal" bei den Bayreuther Festspielen 2004 sorgte Wochen lang für Gesprächsstoff. (APA/dpa)

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