Österreichs Haushalte brauchen monatlich 1.000 Euro

3. November 2005, 20:06
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Singles kommen im Schnitt mit 800 Euro aus - Haushalte mit vier oder mehr Personen brauchen für zwingend notwendige Ausgaben rund 1.300 Euro pro Monat

Linz - Österreichs Haushalte brauchen monatlich rund 1.000 Euro - und damit um über ein Viertel mehr als noch im Jahr 1996. Das geht aus einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS hervor, deren Ergebnisse am Freitag veröffentlicht wurden.

IMAS führte im September und Oktober persönliche Interviews mit 1.000 repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren ausgewählten Personen durch. Dabei stellte sich heraus, dass ein österreichischer Durchschnittshaushalt 1.030 Euro benötigt, um die monatlichen Kosten für Wohnen, Essen, Kleidung und alle unbedingt notwendigen Ausgaben bestreiten zu können. Für Sonderausgaben oder Sparrücklagen bleiben 400 Euro übrig.

Die Mindestaufwendungen unterscheiden sich erwartungsgemäß vor allem innerhalb der Haushaltsgrößen sehr stark. Singles kommen im Schnitt mit 800 Euro aus, um die Fixkosten abzudecken. Bei Haushalten mit vier oder mehr Personen betragen die zwingend notwendigen Ausgaben hingegen 1.300 Euro pro Monat.

Höchste Kosten und frei verfügbares Geld

Die mit Abstand höchsten Wohn- und Lebenserhaltungskosten, aber auch die höchsten frei verfügbaren Etats wurden bei Maturanten und Akademikern, leitenden Angestellten und Beamten sowie bei Selbstständigen und Freiberuflern registriert. Vergleichsweise am bescheidensten sind die Ausgaben für den Lebensunterhalt und die Beträge für Extras bei einfachen, ungelernten Arbeitern und allein stehenden Personen. Unter diesen befinden sich einerseits zahlreiche Pensionisten, andererseits aber auch viele junge Menschen im Studium oder in Berufsausbildung.

Eine Trendbeobachtung, die sich auf umgerechnete Schilling-Werte stützen muss, lässt laut IMAS deutliche Spuren der europaweit angespannten Wirtschaftslage in der vergangenen Dekade erkennen. Die Gesamteinkommen der Haushalte haben sich zwischen 1996 und jetzt um 22 Prozent erhöht. Die vordringlichsten Ausgaben nahmen hingegen um 27 Prozent zu. Das frei verfügbare Geld für zusätzliche Anschaffungen oder für Rücklagen ist heute lediglich um elf Prozent höher als im Februar 1996. (APA)

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