"Wilma": Ärger über Verteilungsprobleme in Florida

6. November 2005, 21:17
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Gouverneur Bush übernimmt Verantwortung - Zahl der Todesopfer auf zehn verdoppelt

Miami - In Florida hat sich die Zahl der Toten nach dem Durchzug des Hurrikans "Wilma" auf zehn verdoppelt, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Damit riss der Wirbelsturm in der Karibik mindestens 27 Menschen in den Tod; in Mexiko starben vier Menschen und in Jamaika und Haiti 13. In Florida wuchsen derweil Ärger und Kritik wegen anhaltender Probleme bei der Verteilung von Hilfsgütern.

Gouverneur Jeb Bush übernahm die Verantwortung. "Geben Sie nicht der (Katastrophenschutzbehörde) FEMA die Schuld. Dafür sind wir verantwortlich", sagte der Bruder von US-Präsident George W. Bush bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Heimatschutzminister Michael Chertoff. Der Bürgermeister von Miami-Dade, Carlos Alvarez, sprach von Fehlern bei der Verteilung der dringend benötigten Güter. In einer von elf Sammelstellen in seinem Bezirk gingen bereits die Vorräte aus.

Verspätete Versorgungslieferungen

Vielerorts trafen versprochene Lieferungen von Eis, Trinkwasser und Essen erheblich verspätet oder gar nicht erst ein. Vor den wenigen geöffneten Tankstellen warteten die Kunden bis zu fünf Stunden lang, vorsorglich standen Polizisten bereit. "Das ist wie in der Dritten Welt", sagte die Wartende Claudia Shaw. "Wir leben in einem Staat, in dem es jedes Jahr solche Stürme gibt. Wo ist die Planung?"

Die Behörden führten als Erklärung unter anderem Kommunikationsschwierigkeiten wegen teilweise zusammengebrochener Mobiltelefonnetze an. Einige Lkw-Fahrer verfuhren sich und mussten von der Polizei zu den Verteilpunkten eskortiert werden.

Hunderte Menschen warteten vor einen Geschäft mit Haushaltsgeräten, in den wenigen geöffneten Schnellrestaurants von Miami mussten die Kunden zwei Stunden auf ihr Essen warten. Da viele Banken geschlossen waren und zahlreiche Geldautomaten nicht funktionieren, kam es zu Engpässen bei der Versorgung mit Bargeld. (APA/AP)

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