Trotz Rekordpreisen starke Heizölnachfrage

7. November 2005, 14:34
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Mit mehr als 70 Euro je 100 Liter hat Heizöl heuer Rekordstände markiert - Dennoch berichtet die Branche von starker Nachfrage - Kesseltausch könnte auf Sicht sparen helfen

Wien - In den ersten Monaten dieses Jahres klagten Österreichs Heizölhändler noch über eine extrem schwache Nachfrage. Erst im Sommer kamen sie ins Schwitzen. Jetzt, zu Beginn der Heizsaison, wird Bilanz gezogen: Trotz Rekordpreisen von 70 Euro und mehr je 100 Liter sei heuer ein "sehr gutes Heizöljahr", heißt es in der Branche.

Martin Reichard, Geschäftsführer des Instituts für wirtschaftliche Ölheizung (IWO), schätzt, dass heuer gut 1,8 Mio. Tonnen oder 2,1 Mio. Liter Heizöl verkauft werden, nach 1,65 Mio. Tonnen 2004. Viele Haushalte, die bereits im Vorjahr mit einem Sinken der Heizölpreise spekuliert hätten, seien heuer auf dem falschen Fuß erwischt worden. "Weil der Tank leer war, mussten viele trotz hoher Preise einlagern", sagte Reichard dem STANDARD.

Nach Angaben der Energieagentur sind die Energiepreise von September 2004 auf September 2005 um 15 Prozent gestiegen. Am meisten verteuert hat sich Heizöl mit plus 39,6 Prozent.

Nachhaltige Verbilligung unwahrscheinlich

Eine nachhaltige Verbilligung bei Heizöl sei kurzfristig unwahrscheinlich, sagte Reichard. Dennoch könnten sich die Haushalte erkleckliche Summen sparen - durch Tausch des Heizkessels. Von den in Österreich installierten 922.000 Ölheizungsanlagen sei etwa jede zweite 15 Jahre alt oder älter.

"Das Einsparungspotenzial liegt bei Altanlagen bei 40 Prozent, bei weniger alten bei 15 bis 20 Prozent", sagte Reichard. Die Kosten von 6500 Euro für einen neuen Kessel inklusive Kaminsanierung seien in sieben bis acht Jahren wieder eingespielt.

Heizöl liefert sich mit Gas ein Kopf-an-Kopf-Rennen als beliebteste Energieform. 28,5 Prozent der österreichischen Haushalte heizen mit Erdgas, 28,2 Prozent mit Heizöl. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.10.2005)

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