Neuauszählung der Parlamentswahl gefordert

3. November 2005, 13:34
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Oppositionspolitiker wirft Organisatoren Manipulation vor

Kabul - Der afghanische Oppositionspolitiker Yunis Kanuni hat den Organisatoren der Parlamentswahl vom 18. September Manipulation vorgeworfen und eine Neuauszählung der Stimmen gefordert. "Wir wollen eine Neuauszählung, weil es landesweit Wahlbetrug gab", sagte Kanuni am Donnerstag. Er warf den Organisatoren vor, Kandidaten bevorteilt zu haben, die Präsident Hamid Karzai unterstützen.

Auch mehr als fünf Wochen nach der Wahl gibt es noch immer kein offizielles Endergebnis. Die Wahlkommission räumte zwar Unregelmäßigkeiten ein, schloss aber eine Wiederholung der von den Vereinten Nationen und den afghanischen Behörden organisierten Wahl aus. Nach Angaben der Wahlkommission wurden etwa drei Prozent der Wahlurnen aus der Zählung herausgenommen, weil der Verdacht auf Abgabe manipulierter Stimmzettel bestand. Außerdem wurden 50 Wahlhelfer von ihrer Arbeit entbunden.

Nach ersten vorläufigen Ergebnissen gehören trotz der Manipulationsvorwürfe zu Gunsten Karzais Milizenführer, die so genannten Warlords, zu den Wahlgewinnern. So schaffte auch Kanuni den Sprung ins Parlament. Er äußerte sich denn auch zuversichtlich, dass seine Gruppierung die Mehrheit im 249 Sitze umfassenden Parlament stellen werde. Kanuni kandidierte im vergangenen Jahr für das Präsidentenamt gegen Karzai. (APA/AP)

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