Bei Austria ist der Wurm drin

14. Dezember 2005, 12:39
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Frenkie Schinkels bringt es auf den Punkt: "Leistungen sind derzeit nicht berauschend" - Tirol beendete Salzburger Festwochen

Wien - Drei Spiele, null Tore, nur zwei Punkte. Das ist die düstere Bilanz der Wiener Austria aus den letzten drei Runden. Nach dem 0:0 gegen Ried und dem 0:2 gegen Rapid blieb Violett auch beim 0:0 in Graz gegen Sturm auch zum dritten Mal in Serie ohne Torerfolg. "Wer nicht schießt, kann keine Tore erzielen. Im Moment ist es ein bisschen mühsam, unsere Leistungen sind derzeit nicht berauschend. Das Positive war, dass wir sechs junge Österreicher auf dem Platz hatten", so Frenkie Schinkels, dessen Austrianer seit 23. Juli (2:1 in Mattersburg) nicht mehr in der Fremde gewonnen haben. Dass es mit dem Toreschießen nicht klappt, tut Schinkels besonders weh: "Denn in meinem Herzen bin ich nach wie vor ein bisschen Holländer. Und daher will ich Offensivfußball sehen."

Die besseren Chancen hatte Sturm, das mit einem Sieg die Austria sogar auf Platz vier durchreichen hätte können. "Leider waren wir in der Offensive nicht so effektiv wie sonst", trauerte Sturm-Kapitän Günther Neukirchner drei möglichen Punkten nach.

"Applaus an Innsbruck"

Die Fußball-Festwochen von Red Bull Salzburg sind am Mittwoch ausgerechnet in Kurt Jaras Tiroler Heimat zu Ende gegangen. "Applaus an Innsbruck", musste der Salzburg-Coach nach der 0:3-Abfuhr des Tabellenführers im West-Derby gegen Wacker Tirol den Hut ziehen. Jara, mit dem FC Tirol zwei Mal Meister, ging nach sechs Siegen in Serie als fairer Verlierer aus dem Tivoli neu: "Innsbruck hat ein hervorragendes Spiel gemacht, war sehr aggressiv. Wir haben von Anfang an unsere Leistung nicht gebracht. Wacker hat mit dem ersten Schuss das erste Tor gemacht. Dadurch haben sie Mumm bekommen."

Das Erfolgsrezept der Tiroler war Einsatz pur und Effizienz vor dem Salzburger Tor. "Wir haben das gemacht, was uns der Trainer gesagt hat. Hinten gut stehen und kontern. Und wenn die Effizienz passt, dann sieht man, was dabei raus kommt", meinte Ferdinand Feldhofer, Torschütze zum 2:0 (38.). Trainer Stani Tschertschessow, der mit seiner Truppe in vier Tagen Pasching und Salzburg besiegt hat, hob vor allem die Rolle der Fans (am Mittwoch kamen 13.000) hervor: "Wir haben unsere Stärken. Und an die haben wir auch geglaubt. Die Zuschauer waren nicht der zwölfte, sondern der 13. oder 14. Mann. Wenn wir schon gegen Ried und Sturm so eine Unterstützung gehabt hätten, hätten wir sicher gewonnen."

Ried weiter ohne Heimniederlage

Aufsteiger Ried ist nach wie vor das einzige Team der Liga ohne Heimniederlage. Im achten Oberhaus-Match im Fill-Metallbau-Stadion wurde Mattersburg in einem Krimi nach vergebener 2:0-Führung noch 3:2 gebogen. "30 Minuten haben wir sehr gut Fußball gespielt, am Schluss aber gar nicht mehr", bilanzierte Ried-Coach Heinz Hochhauser, der mit seinen Mannen zu Hause bei vier Siegen und vier Remis hält. Sieggarant war Ried-Urgestein Herwig Drechsel, der das 1:0 (3.) und das goldene 3:2 (92.) erzielte. "Zwei Tore sind schön, wichtig sind aber nur die drei Punkte", so der 32-Jährige. Mattersburg-Coach Franz Lederer meinte enttäuscht: "Bei einigen Spielern hat die Courage gefehlt."

So lange aber die Admira in dieser Tonart weitermacht, braucht sich Lederer trotz Platz neun keine Sorgen machen - der Rückstand des Schlusslichtes auf Mattersburg beträgt nach der 1:2-Heimpleite gegen Pasching zehn Punkte. Admira-Coach Robert Pflug gab sich in der Südstadt verzweifelt, aber weiter kämpferisch: "Momentan sind wir vom Glück verlassen, wir haben nur Pech. Aber ich gebe nicht auf, denn ich bin eine Kämpfernatur. Und ich bin mir sicher, dass auch die Mannschaft nicht aufgibt."

Jede Menge Probleme bei Admira

Auch ein Blick auf die Statistik zeigt, dass die Admira derzeit wahrlich nicht vom Glück verfolgt ist: Gegen Pasching setzte es bereits die neunte Saisonniederlage mit nur einem Tor Unterschied. Aber auch teamintern dürfte einiges nicht stimmen, denn in Hälfte zwei krachten nach einem verunglückten Angriff die Teamkollegen Roman Wallner und Nenad Bjelica mitten auf dem Spielfeld verbal und körperlich aufeinander.

Pasching-Coach Georg Zellhofer versucht sich weiterhin voll und ganz auf seine Arbeit in Oberösterreich zu konzentrieren, zu seinem möglichen Abgang zu Meister Rapid meinte er: "Rapid ist eine Top-Adresse, punkto Fans und Umfeld. Rapid ist eigentlich die Mannschaft in Österreich." (APA/red)

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    Kampf und Krampf im Spiel der Austria. Die Verjüngungskur trägt bislang noch keine Früchte.

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