Frequency-Festival: Ursache für Brückeneinsturz geklärt

3. November 2005, 16:11
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Fundament ungeeignet - Veranstalter geloben Besserung

Salzburg - Die Ursache des Brückeneinsturzes beim Frequency-Festival am 19. August 2005 am Salzburgring, bei dem 31 Musikfans zum Teil schwer verletzt wurden, ist geklärt, das Ergebnis des eben erst fertig gestellten Gutachtens liegt vor.

"Das Fundament der Gerüstkonstruktion war nicht für den Einsatz im Außenbereich geeignet. Das hat ein Gutachten der bautechnischen Versuchs- und Forschungsanstalt Salzburg ergeben", erklärte man bei der Polizeiinspektion Hof bei Salzburg auf Anfrage: Die Konstruktion der Brücke, hergestellt von einer deutschen Firma, "war in Ordnung. Aber die Holzplatten, auf denen das Gerüst stand, waren nicht wasserfest. Sie haben den Boden- und Witterungsverhältnissen nicht Stand gehalten". Noch bis kurz vor Beginn des Musikfestivals hatte es stark geregnet, die Wiesen waren feucht. "Die verleimten Holzplatten hat es mit der Zeit aufgeweicht. Sie verloren an Festigkeit. Deshalb ist es zum Versagen der Stützen und zum Einsturz der Brücke gekommen". Anstelle des Holzes hätte sich witterungsbeständiges Material wie zum Beispiel Stahl- oder Betonplatten besser geeignet.

Vollanzeige ergeht

Die Untersuchungen des unabhängigen Sachverständigen Walter Kraibacher, die sich auf insgesamt zwei Gutachten stützen, und die Ermittlungen der Kriminalbeamten sind nun abgeschlossen. Die Vollanzeige der Polizeiinspektion Hof wegen des Verdachts der fahrlässigen Gemeingefährdung ergeht nächste Woche an die Staatsanwaltschaft Salzburg. Angezeigt werden vier Personen: Der Veranstalter des Frequency-Festivals, zwei Produktionsmanager und jene Person, die für die Errichtung der Brücke verantwortlich war.

Veranstalter geloben Besserung

Das Gutachten sei wie erwartet ausgefallen, "da wir alle behördlichen Auflagen mit der Beschäftigung eines Brückenbau-Professionisten erfüllt haben", reagierten die Veranstalter am späteren Nachmittag in einer Aussendung.

Auch die Vorwürfe, bei dem Brückenbau Kosten gespart zu haben, seien dadurch eindeutig entkräftet worden. "Wir rechnen daher mit keinen nennenswerten Konsequenzen für den Veranstalter, stellen uns aber natürlich jeglicher Verantwortung", hieß es.

Für das Frequency Festival im August 2006 gebe es bereits jetzt mit den Gemeinden und Behörden vor Ort Kontakt. Geplant seien zwei fix errichtete Brücken mit befestigtem Fundament. (APA)

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